Bienenbütteler Kinder genießen in Ilmenauhalle Betreuung der Gemeinde

Ferienspaß in Bienenbüttel: Reitturnier mit Besen und Stühlen

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Ann-Julie Stock als Pferdchen und Sara Marie als Reiterin springen über ein Hindernis, dargestellt durch einen Besen. Bürgermeister Dr. Merlin Franke sowie die Betreuer Paula Linde, Max Lemm und Maria Höppe (von links) sitzen auf der Zuschauerbank.

Bienenbüttel. Spielzeug brauchen die Kinder nicht: In der Ilmenauhalle haben die Mädchen und Jungen der Bienenbütteler Ferienbetreuung einen „Reitplatz“ aufgebaut, als Hindernisse dienen Stühle mit Besen.

Betreuer Max Lemm gibt das Kommando zum Start: „Auf die Plätze, fertig, los!“ Dann gehen die Kinder als Pferd und Reiter mit einem Band an den Start. Im Galopp gehen sie über die Hindernisse. 16 Sekunden stoppt Lemm (25). Von der Jury gibt es Schleifen wie auf einem richtigen Turnier – Alltag in der Ferienbetreuung, die von der Gemeinde Bienenbüttel jetzt im dritten Jahr angeboten wird.

Lemms Kollegin Maria Höppe (22) berichtet von einer für die Pädagogik-Studenten ungewöhnlichen Erfahrung: „Die Kinder haben uns im vorigen Jahr gesagt: Warum machen wir so viele Ausflüge? Wir wollen hier was machen“, erzählt sie. Das Betreuer-Team zog daraus seine Konsequenzen: Es straffte das Ferienprogramm.

Die Kinder waren im Uelzener Wildgatter, bei der Polizei und bei der Feuerwehr. Vor dem „Turnier“ haben die zwölf Kinder gerade gegessen. Fisch, Bratkartoffeln und Salat gab es. Die Fünf- bis Zehnjährigen räumen Teller und Schüsseln ab. In ihrem Quartier zeugen Tuschkästen und Bastelmaterialien von kreativen Ferien ohne Computerspiele oder Fernseher. Die Kinder der ersten Betreuung sind inzwischen groß geworden.

Weil Lemm und Höppe noch Klausuren schrieben, kümmerten sich die ersten vier Wochen Paula Linde (18) und Niels Brandt (20) um die Kinder. Jüngst waren die Betreuerin aus der Evangelischen Jugendgruppe Wichmannsburg und der Erzieher in Ausbildung besonders gefordert: Es kamen nur drei Kinder. „Große Gruppen beschäftigen sich selber, kleine muss man intensiv beschäftigen“, stellt Paula fest, die sich durch die Betreuung auf ein Au-pair-Jahr in den USA vorbereitet. Umso mehr staunt sie über die Ideen der Kinder bei einem Waldtag: „Plötzlich stand da eine Höhle.“

Die Zahl der betreuten Kinder ging leicht zurück auf 33. Im vorigen Jahr waren es noch 40. „Die Sommerferien liegen schlecht“, erklärt Bürgermeister Dr. Merlin Franke. Viele Eltern sind mit ihren Sprösslingen im Urlaub. Außerdem schlagen nach seiner Auskunft die schwachen Geburtenjahrgänge 2011 und 2012 durch.

Kein Grund für ihn, auf die Ferienbetreuung zu verzichten, die sich die Gemeinde Bienenbüttel 5000 Euro im Jahr kosten lässt, um Eltern zu entlasten, die in den Sommerferien arbeiten müssen. Die Kinder haben dabei jedenfalls ihren Spaß.

Von Gerhard Sternitzke

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