Betreuung der Gemeinde Bienenbüttel startet mit 19 Kindern – und schriftlichen Regeln

Ferien mit gedämpfter Lautstärke

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Der Marktplatz war die ersten Tage der Bienenbütteler Ferienbetreuung der Spielplatz der Kinder.

Bienenbüttel. Heute ist Sörens Tag. Beim Frühstück trägt er eine grüne Krone aus Pappe, mit einer großen Acht darauf, denn Sören feiert in der Bienenbütteler Ferienbetreuung seinen achten Geburtstag.

Die Krone behält er auch auf, als er das verstellbare Fernrohr erklärt, das er zusammen mit Ole aus einer abgeschnittenen Plastikflasche und einer Pappröhre gebastelt hat.

„Wenn das so ist, kann man richtig gut gucken. Wenn man zumacht, sieht man weiter“, erklärt der gekrönte Konstrukteur, während die meisten der 19 Kinder bereits aus dem Mühlenbachzentrum gestürmt sind. Der Raum im Bienenbütteler Rathaus ist wegen des Schützenfests vorübergehend das Quartier der Kinder. Heute geht es in die Schule, am Freitag ins Michaelis-Gemeindehaus. Insgesamt 48 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren nehmen im Verlauf der sechs Wochen an der Ferienbetreuung teil, darunter viele, die bereits im Vorjahr dabei waren, berichtet Max Lemm (24), der die Rasselbande zusammen mit Maria Höppe (21) betreut.

Dabei machen die beiden Lehramtsstudenten, die schon so manche Jugendgruppe geleitet haben, so ihre Erfahrungen. „Die haben alle Power. Wir versuchen, sie immer k. o. zu kriegen, aber das funktioniert nicht richtig“, berichtet Maria Höppe.´

Die einen toben weiter – nicht weiter als bis zur Gummistiefel-Grenze, die am ersten Tag markiert wurde, die anderen bedienen sich am Bastel-Büfett, an dem Klopapierrollen, Bierdeckel, Korken und Marmeladengläser bereitstehen. Louis heißt der Marienkäfer, dem Lea (7) eine Dose mit Blättern als Wohnung eingerichtet hat.

Neu sind die Regeln, die auf einem Plakat an der Tür festgehalten sind. Nicht schubsen und treten, lautet eine. Oder dass die Kinder bei Ausflügen zusammenbleiben, wenn es zur Wurstfabrik, zur Feuerwehr oder zur Polizei geht. „Wenn einer spricht, ruhig sein und nicht reinschreien“, nennt die achtjährige Annelie eine weitere der Regeln, die die Kinder am Montag zusammengetragen haben – und liefert die Erklärung hinterher: „Wenn wir alle rumschreien, können Maria und Max uns nicht verstehen.“ Und tatsächlich liegt der Geräuschpegel unter dem des Vorjahrs, bestätigen die beiden Betreuer. Genau über dem Treffpunkt befindet sich das Büro des Bürgermeisters. Der bleibt gelassen: „Mich stört’s nicht.“

Von Gerhard Sternitzke

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