Schnelles Internet für den Landkreis Uelzen: 14 Mann starke Lünecom schließt 19.000 Haushalte an

Erst Föhr, dann Bienenbüttel

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Norbert Hill ist Geschäftsführer des Lüneburger Unternehmens Lünecom, das ein vom Landkreis Uelzen zu bauendes Glasfasernetz pachten und die Bürger in bislang unterversorgten Gebieten mit schnellem Internet versorgen wird. Foto: privat

Bienenbüttel/Lüneburg. Es soll Menschen geben, die nur noch in digitalen Welten leben. Die Tag und Nacht mit Computerspielen verbringen, mit Spielpartnern, die vielleicht Tausende Kilometer entfernt sind.

Auf das Internet angewiesen sind aber auch normale Menschen, die online einkaufen, Angestellte, die zu Hause im Homeoffice für ihre Firma arbeiten, Unternehmen, die auf schnellen Datenaustausch angewiesen sind. Sie alle warten darauf, dass sie Anschluss an schnelles Internet bekommen. Für manche ist das eine Frage, die darüber entscheidet, ob sie hier bleiben können. Der Landkreis Uelzen lässt deshalb ab diesem Jahr, beginnend mit Bienenbüttel, ein 8500 Kilometer langes Glasfasernetz bauen. Pächter und Betreiber wird für 25 Jahre die Firma Lünecom, 14 Mitarbeiter in einer Nebenstraße gegenüber dem Lüneburger Theater.

Wie kann eine Firma dieser Größe 19.000 Haushalte ins Internet bringen? „Unsere Aufgabe ist es, die Technik einzuschalten und die Kunden anzuschließen“, erklärt Geschäftsführer Norbert Hill. Auch eine Hotline für die Kunden betreibt das Unternehmen. „Die Vermarktung überlassen wir Partnerunternehmen.“ Hill selbst ist Kaufmann, seine Mitarbeiter sind Planer, Informatiker, Fernmeldetechniker und Ingenieure.

Sie haben bereits die nordfriesischen Inseln Pellworm, Föhr und Amrum per Richtfunk und Glasfaser an das Netz angeschlossen. Im Nachbar-Landkreis Lüneburg haben sie seit 2009 im Auftrag der Samtgemeinde Amelinghausen schnelles Internet in unterversorgte Dörfer gebracht. Erst im Dezember wurde Betzendorf angeschlossen.

Wer mit Hill spricht, muss sich auf jede Menge technische Fachbegriffe gefasst machen. FTTB, VDSL, Pops – hier ist nicht der Ort, sie zu übersetzen. Der Landkreis baut innerhalb von drei Jahren das Glasfasernetz, das erheblich schnellere Verbindungen – von 50, 150 oder 250 Mbit erreicht. 15 Schaltkästen, Internetknoten, bilden den Zugang für Lünecom.

Zunächst allerdings muss der Landkreis die Planung des Netzes vergeben, bevor Lünecom mit der Vermarktung beginnen kann. Die Entscheidung steht kurz bevor, ist von Kreis-Sprecher Martin Theine zu erfahren. „Wir sind mit gebremstem Schaum unterwegs“, sagt Lünecom-Chef Hill. Ab April will er mit der Vermarktung im ersten Cluster, der Gemeinde Bienenbüttel beginnen.

Gebaut wird das Netz nur, wenn mindestens 60 Prozent der Haushalte innerhalb der ersten drei Monate mitmachen. Ihr Vorteil: Die Kosten für die Verlegung des Hausanschlusses, sonst etwa 1500 Euro, entfallen. Auch im monatlichen Betrieb könne man „sehr, sehr wettbewerbsfähige Preise“ anbieten, ist Hill überzeugt. „Ziel ist es, einen Preis von unter 50 Euro hinzubekommen.“

Von Gerhard Sternitzke

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