2013 fällte Orkan das Bienenbütteler Naturdenkmal / Jetzt wird ein neuer Baum gepflanzt

Ersatz für die Dorfeiche

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Nach dem Orkan Xaver: Das heimliche Bienenbütteler Wahrzeichen, die Dorfeiche, liegt am Boden. Das Naturdenkmal wurde zersägt, Baumscheiben gegen Spenden verkauft. Am Sonnabend wird ein neuer Baum in den Ilmenauwiesen gepflanzt.

Bienenbüttel. Jahrhundertelang stand sie in den Wiesen an der Ilmenau, wurde von Jahr zu Jahr breiter und knorriger. Nichts schien die Bienenbütteler Dorfeiche erschüttern zu können.

Dann kam der Orkan Xaver und warf den rund 200 Jahre alten Baumveteranen im Dezember 2013 um. Schnell stand fest: Die Bienenbütteler wollen Ersatz für ihr heimliches Wahrzeichen zwischen Ilmenau und Ilmenauhalle. Jetzt steht fest: Am Sonnabend, 21. März, ab 9 Uhr wird auf der Veranstaltungswiese eine neue Dorfeiche gepflanzt.

„Da gehört einfach ein Baum hin“, findet der ehemalige Ortsbrandmeister und Vorsitzende des Feuerwehr-Fördervereins Klaus-Georg „Pilo“ Franke. Knapp 2000 Euro an Spenden hat der Förderverein für den Ersatz gesammelt.

Und der Ersatz kann sich sehen lassen. Der Baum, natürlich wieder eine Stieleiche (Quercus pedunculata), ist bereits über neun Meter hoch und misst 55 Zentimeter im Umfang. Das tonnenschwere Gewächs, das in der Baumschule fünfmal verpflanzt wurde, wird mit einem Kran in die Grube gehievt. „Der Baum wird unter der Erde verankert, damit Xaver ihn nicht wieder umweht“, berichtet Bürgermeister Dr. Merlin Franke.

Der von der Gemeinde beauftragte Gärtnerbetrieb erledigt die Arbeiten zum Selbstkostenpreis. Die Materialkosten für die Verankerung des Baums und die Dränage trägt die Gemeinde.

Im März vor einem Jahr heulten die Kettensägen bei einer Spendenaktion der Freiwilligen Feuerwehr. Die Bienenbütteler erwarben die Baumscheiben als Erinnerungsstücke an das Naturdenkmal, das im Durchmesser stolze anderthalb Meter maß. „Viele fanden die Idee gut, dass ein neuer Baum gepflanzt wird“, berichtet Klaus-Georg Franke. Eine Spende ging sogar aus dem fernen Ludwigsburg ein. Auch dort berührte das Schicksal der Eiche einen ehemaligen Bienenbütteler.

Am 21. März ist es soweit. Während der Baumpflanzung auf der Veranstaltungswiese, die bis 12 Uhr andauert, bewirtet der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Bienenbüttel die Zuschauer. Auch weitere Baumscheiben und Brennholz von der umgestürzten Eiche können erworben werden. Wenn der neue Baum mit Maschinenkraft in die Pflanzgrube wenige Meter vom Stamm der alten Eiche gesetzt ist, dann packen auch die Feuerwehr-Aktiven mit an, kündigt Pilo Franke an. Die Feuerwehr hat nämlich zugesagt, die neue Dorfeiche ein Jahr lang zu wässern: „Wer Zeit hat, kommt und hilft.“

Von Gerhard Sternitzke

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