Entsetzen in Hohnstorf

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Beschauliches Hohnstorf – doch die Bürger ahnen schlimme Auswirkungen für ihren Ort, wenn in der Nähe eine Tank- und Rastanlage entlang der geplanten A 39 gebaut wird.

Hohnstorf - Von Ines Bräutigam. „Die Hohnstorfer Bürger sind entsetzt!“ Mit diesen Worten beginnt ein offener Brief, den die Bürger des Bienenbütteler Ortsteils jetzt an Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit gegeben haben. Denn die aktuellen Planungen für die Autobahn 39, die eine rund 24 Hektar große Tank- und Raststätte nahe Hohnstorf vorsehen, lässt sie auf die Barrikaden gehen. „Uns soll eine Tank- und Rastanlage vor die Tür gesetzt werden, die größer sein wird als das Dorf selbst“, schreibt Heiner Scholing im Namen der Hohnstorfer. Und die befürchten schlimmste Auswirkungen.

Neben der Zerstörung der Landschaft rechnen die Bürger mit einem deutlich höheren Verkehrsaufkommen in ihrem Ort und in Bienenbüttel, Luftverschmutzung und eine Geräusch- und Lichtkulisse bei Tag und Nacht. „Es wird alles von dem kaputt gehen, wonach die Menschen gesucht haben, als sie hierher kamen“, sagt Hohnstorfs Ortsvorsteherin Heike Schweer. Schon einmal habe Hohnstorf Einschnitte hinnehmen müssen, damals beim Bau des Elbe-Seitenkanals. Und nun die Rastanlage. „Die Vorstellung“, so Schweer, „kein Pferd mehr durchs Dorf führen zu können und das sich alles ändert, ohne dass wir einen direkten Nutzen davon hätten... Da ist jetzt jeder zum Handeln aufgefordert.“

Als CDU-Ratsfrau und Vorsitzende des Bienenbütteler CDU-Ortsverbandes hat sie bereits den Landtags- und Bundestagsabgeordneten aufgefordert, Kontakte zu Betreibern von ähnlichen Anlagen herzustellen, „damit man sich mal ansehen kann, wie Dorfbewohner dort damit klar kommen“.

Neben dem Unmut über die Zerstörung der Natur und befürchtete Lärm- und Lichtbelästigungen schwingt auch eine große Portion Angst mit, sagt Heike Schweer. Denn welche weiteren Auswirkungen von einer so großen Anlage zu erwarten sind, die 250 Lkws und 100 Pkws Platz bieten und dafür eine entsprechende Infrastruktur vorhalten soll, das sei noch nicht einmal absehbar. „Das Ganze muss ja auch an Versorgungsleitungen angeschlossen werden“, sagt die Ortsvorsteherin, und ihr schwant, dass eben diese Anschlüsse auch auf Hohnstorfer Gebiet geschaffen werden müssen, was wiederum lange Bautätigkeit mit sich bringen würde.

Dass es ausgerechnet ein Dorf treffen muss, das immer so geblieben ist wie es war. In dem es keine Siedlungen gibt, sondern in dem junge Generationen von älteren die Höfe übernehmen oder selbst ihre Häuser bauen. Dort, wo sie aufgewachsen, manchmal sogar geboren sind. Das kann in Hohnstorf niemand verstehen.

Nachdem die Einwohner sich bereits kurz entschlossen vor Weihnachten zusammengesetzt und sich über die Planungen ausgetauscht hatten, wird es am 11. Januar 2011 einen öffentlichen Informationsabend geben, der um 19 Uhr im Hohnstorfer Dorfgemeinschaftshaus beginnen soll.

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