Helmut Schlamkow organisiert Alltagsfahrten für Bienenbütteler

Mensch 2016: Der „Engel“ vom Bürgerbus

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Helmut Schlamkow (78) stellt mit den Fahrern vom Verein Bürgerbus Bienenbüttel sicher, dass Menschen zum Arzt kommen oder Verwandte im Krankenhaus besuchen können.

Bienenbüttel. Dass da zwei silberfarbene Engel über Helmut Schlamkows Briefkasten wachen, darin mögen viele eine treffende Symbolik erkennen – nicht aber der Hausherr selbst.

„Ach nein, so sehe ich das nicht“, sagt der Mann, der als Vorsitzender des Vereins „Bürgerbus Bienenbüttel“ rund 145 Menschen eine Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglicht, wenn man ihm eine Verwandtschaft zu diesen helfenden Himmelswesen nachsagt. Mit einem bescheidenen Lächeln im Gesicht folgt dann der Nachsatz: „Das ist doch alles selbstverständlich. “ Entsprechend groß war das Erstaunen bei dem 78-Jährigen, als ihn jetzt die Nachricht erreichte, dass er zu den zehn Nominierten bei der Wahl „Mensch 2016“ zählt – einer Aktion der AZ und der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg in Zusammenarbeit mit dem Volkswagen Zentrum Uelzen.

Bis Montag, 23. Januar, können AZ-Leser ihre Stimme abgeben – nur mit Originalcoupons aus der AZ. E-Paper- Kunden können aber auch mit einem Ausdruck des Coupons teilnehmen, wenn sie darauf ihre Kunden-Nummer eintragen.

Rund 30 000 Kilometer legen die Fahrer vom Bürgerbus Bienenbüttel jährlich mit dem Bürgerbus zurück. Immer montags bis freitags, von 8 bis 17 Uhr, fahren die 20 Ehrenamtlichen die Bienenbütteler Ortsteile an, um Menschen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind, zum Arzt, zur Apotheke, zum Frisör oder zum Einkaufen zu bringen. Die Fahrt selbst kostet die Nutzer nichts. Wer will, kann aber spenden.

Schlamkow war von Anfang an dabei: Höhen und Tiefen, Wendungen und Highlights – wenn der Pensionär und Familienvater ruhig in sein Sofa gelehnt die Geschichte des Projekts erzählt, spricht aus seinen Augen purer Tatendrang. Er erinnert an Frauen schwerkranker Männer, die ohne den Bus nie ins Gemeindezentrum kommen würden, weil sie sich kein Taxi leisten können. Und an Senioren, denen auf diese Weise der Besuch ihrer Partner im Altersheim möglich ist.

„Wir wollen den Leuten helfen“, erklärt Schlamkow. „Und es kommt auch sehr viel zurück an Dankbarkeit.“ Das ist eine Erfahrung, die der Bienenbütteler – auch im DRK und in der Flüchtlingshilfe aktiv – schon in einigen Ehrenämtern gemacht hat.

Wer sich neu als Nutzer des Busses anmelden möchte, den besucht der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins sogar persönlich, wenn es gilt, beim Ausfüllen des Formulars zu helfen. 203 mal hat er das bereits gemacht. Kein Wunder also, dass er kaum die Bahnhofstraße durchqueren kann ohne dass ihn jemand erkennt – als „Engel“ des Bürgerbusvereins vielleicht oder auch einfach als Helmut Schlamkow, einen Mann, der gerne hilft.

Von Anna Petersen

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