Vorläufiger Abschluss des Projekts Notrufbänke des Seniorenbeirats Bienenbüttel

Eine Nummer für Notfälle

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„Wir haben auch noch genügend Schilder für Wulfstorf“, betont Axel Holst vom Seniorenbeirat, der die Notrufschilder mit Peter Gregor (sitzend) an 98 Bänken angebracht hat.

Bienenbüttel. Eine Idee ist Wirklichkeit geworden: Rund um Bienenbüttel gibt es jetzt 98 Notrufbänke.

Das Prinzip: Auf einer Tafel steht neben dem Notruf 112 eine durchlaufende Nummer, anhand derer eine Rettungswagenbesatzung im Notfall schnell zum Anrufer findet (AZ berichtete). Denn bei Herzinfarkt oder Schlaganfall zählt jede Sekunde. Über den vorläufigen Abschluss des Projekts nach dem Vorbild der Gemeinde Fredenbeck im Kreis Stade informierte am Mittwoch Vorsitzender Dieter Heinemeyer in der Sitzung des Seniorenbeirats der Gemeinde Bienenbüttel.

„Es ist schön, dass sich Bürger in einer Gemeinde engagieren, wenn man sie begeistert“, sagte Heinemeyer. Gemeint waren Seniorenbeirats-Mitglied Axel Holst und Peter Gregor. Die beiden hatten die Bänke in Bienenbüttel und den Ortsteilen zunächst ermittelt, in ein Kataster eingetragen, ihre Geodaten festgestellt und schließlich seit dem offiziellen Startschuss im März die Aluminiumtafeln angeschraubt. Dafür wurden sie von Bürgermeister Dr. Merlin Franke während der Sitzung geehrt.

Die Notrufbänke könnten bald zu einem Exportschlager werden, befand Franke. So hätten bereits Wohnmobil-Urlauber sich nach dem Projekt erkundigt und angekündigt, die Idee mit nach Hause nach Bayern und Schwaben zu nehmen. Der Versuch, das Projekt kreisweit anzuschieben, verpuffte dagegen zunächst. Anfragen, berichtete Heinemeyer, gab es aber bereits aus Bad Bevensen und Bad Bodenteich.

„Wir haben es gern gemacht, es hat auch Spaß gemacht, und wir haben Ecken kennengelernt, die wir noch nicht kannten“, berichtete Axel Holst. „Wir haben auch noch genügend Schilder für Wulfstorf.“ Gerade dort gebe es viele Spaziergänger und Radfahrer, von den Bänken sei jedoch häufig nur noch die Unterkonstruktion übrig. „Anein paar Brettern wird das nicht scheitern“, versprach der Bürgermeister. Die Gemeinde habe auch profitiert, weil sie jetzt einen Überblick habe, wo Bänke stehen. Schäden an einigen Sitzgelegenheiten hätten bereits ausgebessert werden können.

Möglich wurde das Projekt auch durch eine 500-Euro-Spende von der Bürgerstiftung Bienenbüttel und 380 Euro aus der Fundrad-Versteigerung der Gemeinde. 20 Schilder sind noch übrig. Weitere könnten bei Bedarf in Auftrag gegeben werden, betonte Vorsitzender Heinemeyer. Er erklärte, das Projekt Notrufbänke komme nicht nur den Älteren zugute, sondern allen. „Es gibt ein Gefühl der Sicherheit.“ Allerdings wurde angemerkt, dass Bänke und Schilder auch gewartet werden müssten. Erste Fälle von Vandalismus gab es bereits.

Von Gerhard Sternitzke

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