Die songreichen Sieben

Egestorfer Band „handmade rocking blues” gastiert in Bienenbüttel

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Sänger und Gitarrist Olaf „Olli“ Newerla trug auch selbst komponierte Songs vor wie „Route 66“.

Bienenbüttel. „Egal, wie viele Leute kommen, es wird ein fantastischer Abend!“, kündigte Wolfgang „Wolli“ Weymann beim obligatorischen Toilettengang kurz vor dem Auftritt am Samstagabend an – „man kommt ja zwischendurch nicht von der Bühne“.

Und der singende Saxofon und Mundharmonika spielende Beamte im Blues-Brothers-Format gab mit seinen sechs musikalischen Mitstreitern in den folgenden knapp drei Stunden alles, um sein – angesichts der nur luftig gefüllten Bienenbütteler Markthalle reichlich vollmundig wirkendes – Versprechen einzulösen.

Keyboarder Dirk Kowalewski ist eines der Gründungsmitglieder der Egestorfer Band.

Angefangen bei Bob Marleys Reggae-Klassiker „I Shot The Sheriff“ und Santanas „Black Magic Woman“ über J.J. Cales „Cocaine“ und Wilson Picketts „Mustang Sally“ bis hin zu altbekannten Gassenhauern wie „Sweet Home Alabama“, „Honky Tonk Woman“ oder „Johnny B. Goode“ unternahm die Band einen Parforceritt durch mindestens 50 Jahre Rock-, Blues- und Soulgeschichte, der nur durch eine kurze Verschnaufpause unterbrochen wurde. Im Repertoire der selbsternannten „Rockstar-Papis“ mit wachsender Fanbase finden sich allerdings auch zahlreiche Eigenkompositionen, die meist aus der Feder von Sänger und Gitarrist Olaf „Olli“ Newerla oder Keyboarder Dirk Kowalewski stammen. Wie etwa das sehnsüchtige „Route 66“, in dem der wie eine etwas fülligere Nordheide-Ausgabe von Bryan Adams anmutende Newerla mit sanfter Reibeisen-Stimme seine Erlebnisse auf dem legendären US-Highway von Chicago ins kalifornische Santa Monica beschreibt.

Saxofonist Christian Krause, hier bei einem Solo, ist beruflich Schornsteinfeger.

Der Inhaber einer Werbeagentur gehört mit dem IT-Spezialisten Kowalewski und dem Ausbildungsleiter Weymann auch zur Urformation der vor fast genau zehn Jahren im Egestorfer Dorfschwimmbad beim Familienausflug gegründeten Band. Sie wurde im Laufe der Jahre durch den Verkaufsleiter und Drummer Markus Pfaff, den Schornsteinfegermeister und Saxofonisten Christian Krause, den Unternehmer und Gitarristen Karsten Schwencke und dem bereits rentnernden Bassisten Wolfgang Rückstein verstärkt.

Geprobt wird einmal wöchentlich in einem Gemeinderaum in Egestorf, getourt im Großraum zwischen Hamburg, Bremen und Hannover. „Mehr als sechs bis acht Auftritte im Jahr sind allerdings nicht drin“, räumt Weymann ein, „wir haben schließlich fast alle sehr stressige Jobs.“ Aber auch eine gemeinsame Mission: „Wir wollen einfach gute Musik machen und das Publikum begeistern!“ Und das ist den songreichen Sieben am Premierenabend in Bienenbüttel gelungen.

Von Marcus Kieppe

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