Dritter Abschnitt im Baugebiet Stadtkamp / Flächen sind bereits verkauft oder vorgemerkt

„Das ist mein neues Haus“

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Der blaue Pflock markiert einen Anschluss für ein neues Gebäude. Ein Haus nach dem anderen entsteht im Grünhagener Baugebiet Stadtkamp. Besonders begehrt sind Stadtvillen.

Grünhagen. Ortstermin im Stadtkamp. Am Rand von Grünhagen, nur zehn Minuten von Lüneburg entfernt, ist seit dem Verkauf des ersten Grundstücks vor vier Jahren eine Art Musterhaus-Siedlung entstanden.

Es finden sich elegante Stadtvillen, gemütliche Bungalows mit rotem Klinker, Pultdächer und auch ein rustikales Holzhaus. Baugerüste, Arbeiter, die Dämmplatten anbringen, Laster, die Sand anliefern, stören die ländliche Neubauidylle nur kurzfristig. Der erste Lavendel blüht vorm Haus. Dem Schwalbenberg macht einer der wendigen Namensgeber alle Ehre.

„Fünf Grundstücke sind noch frei“, sagt Inga Heitmann gestern bei der Abnahme des dritten Bauabschnitts. Doch auch für sie gebe es bereits Vormerkungen, fügt die stellvertretende Bienenbütteler Bauamtsleiterin hinzu. „Zur Breetz“ steht auf dem Straßenschild. 90 Meter Regen- und Schmutzwasserkanäle und 100 Meter Baustraße, die später gepflastert werden, wurden angelegt. Eine Wendeschleife zeichnet sich ab. Drumherum sind Pflöcke eingeschlagen. „Die roten Marken sind Grenzsteine, die blauen sind die Hausanschlüsse“, erklärt Ingenieur Ulrich von der Ohe.

Blick in den Schacht: Stellvertretende Bauamtsleiterin Inga Heitmann bei der Abnahme für den dritten Bauabschnitt im Stadtkamp.

Daglef Thieleke (71) beginnt eine Fachsimpelei über das zukünftige Straßenniveau. „Das ist mein neues Haus“, zeigt er in Richtung eines weißen Bungalos mit einem spitz auslaufenden Dach. Erst vor einem Jahr hat der ehemalige Bau-Fachredakteur die AZ durch seine ebenfalls neu errichtete elegante Stadtvilla geführt – am 1. August zieht er um. „Es war das schönste Baugrundstück“, sinniert er. Zwei Jahre hat er dort am Waldrand gewohnt. Doch der Bungalow ist ebenerdig, 160 Quadratmeter, und hat lange Sonne.

Ein Sandsturm fegt über die nächste abgesteckte Baustelle. Thieleke kennt auch seine Nachbarn und weiß, warum von den 36 Grundstücken schon 15 bebaut sind: „Wenn Sie vier Kilometer weiter fahren, zahlen Sie schon das Doppelte für die Grundstücke“, rechnet er vor. Für Hamburger sei der Stadtkamp ideal: Verkehrsgünstig an der B 4 gelegen und mit dem Bienenbütteler Bahnhof um die Ecke.

Noch in diesem Jahr, je nach Baufortschritt, soll der Schwalbenberg sein Betonpflaster bekommen, kün- digt Inga Heitmann an. 42 000 Euro sind dafür eingeplant.

Wie enge Vorgaben die Gemeinde den Bauherren machen sollte, wurde im Zusammenhang mit dem geplanten Baugebiet Wellbruch II in Steddorf diskutiert. In Grünhagen hatten die Bauherren viele Freiheiten, aber auch Vorgaben, wie ein geneigtes Dach mit roten oder antrazitfarbenen Ziegeln. Eingeschossige Bauweise ist zulässig, im Randbereich auch zweigeschossige, erklärt Inga Heitmann: „Für sogenannte Stadtvillen wird die Nachfrage immer größer.“

Von Gerhard Sternitzke

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