Nur noch elf von 16 Ehrenamtlichen einsatzbereit

Bürgerbus sucht Fahrer: Bienenbütteler Verein braucht Verstärkung

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Helmut Schlamkow (links), Vorsitzender des Vereins Bürgerbus Bienenbüttel, sucht händeringend nach neuen Ehrenamtlichen, die sich im Verein als Fahrer engagieren wollen.

Bienenbüttel. Viele Menschen, die in kleinen Orten leben, stehen im Alter vor einer Herausforderung.

Wie komme ich in den nächst größeren Ort, um Einkäufe zu erledigen, zum Arzt oder einfach nur zum Frisör? In Bienenbüttel sorgt der Verein Bürgerbus Bienenbüttel dafür, dass diese Menschen weiter am Leben teilnehmen können und nicht davon abgeschnitten werden. Doch der Verein hat ein Problem: Es fehlen Fahrer.

„Von 16 sind momentan nur noch elf einsatzbereit und wir bräuchten eigentlich 20“, sagt Helmut Schlamkow, Vorsitzender des Vereins. Manche der Fahrer seien krank, andere im Urlaub oder sie können nur an bestimmten Tagen fahren. „Momentan sind wir am Limit“, so Schlamkow. Der 78-Jährige fällt zurzeit nach einer Operation an der Schulter selbst als Fahrer aus. Die Ehrenamtlichen, die sich alle in ihrer Freizeit hinter das Steuer des silbernen Bürgerbusses klemmen, fahren dabei immer montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr die Bienenbütteler Ortsteile an. Eine Ausweitung der Fahrzeiten und auch Fahrten am Wochenende, wie sie etwa die Kirchengemeinde und die Kommunalpolitische Alternative vorgeschlagen haben, sei in Anbetracht der geringen Zahl einsatzbereiter Fahrer unmöglich.

„60 bis 70 Prozent sind überwiegend Witwen im Alter von 70 bis 80 Jahren, die oftmals gar keinen Führerschein haben“, berichtet Schlamkow. Die kämen ansonsten kaum in der Woche nach Bienenbüttel, weil die Kinder berufstätig sind. Insgesamt nutzen 127 Mitfahrer den Bürgerbus, der nur auf dem Gebiet der Gemeinde verkehrt. „Die Leute können dann die alltäglichen Dinge erledigen, die sie sonst nicht erledigen können“, sagt Schlamkow. Wobei die Fahrt zum Arzt immer Vorrang vor einer Einkaufsfahrt habe.

Die Fahrt selbst kostet die Nutzer nichts. Wer will, kann aber spenden. Aus diesem Geld finanziert der gemeinnützige Verein die Spritkosten oder notwendige Reparaturen an dem Bürgerbus. Gerade sind etwa rund 430 Euro für Bremsbeläge fällig geworden. „Das reißt schon ein Loch in die Kasse“, sagt Schlamkow.

Wer als Fahrer beim Bürgerbus mitmachen will, kann am Mittwoch, 21. September, um 17 Uhr zur Fahrerbesprechung ins Mühlenbachzentrum kommen. Schlamkow: „Ich hoffe, dass sich fitte Rentner finden, die etwas Sinnvolles machen wollen.“

Von Lars Lohmann

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