Aber nie den Helden spielen

Wie Bürger in Bienenbüttel einen Einbrecher schnappen

+
David Wiesener (27) hat einen Einbrecher am Penny-Markt dingfest gemacht.

Bienenbüttel. Als die Polizei eintrifft, ist die eigentliche Arbeit erledigt. Bürger haben zwei Einbrecher, die in den Bienenbütteler Penny-Markt eingedrungen sind, auf frischer Tat geschnappt.

Einen von ihnen können sie, wie berichtet, festhalten, um ihn der alarmierten Polizei zu übergeben. Die AZ hat die mutigen Helfer besucht.

„Ich würde es wieder tun“, sagt David Wiesener aus Wessenstedt, der in der Nacht auf Mittwoch bei seiner Freundin in Bienenbüttel war. Der 27-Jährige brachte den ersten der beiden mit vollgestopften Reisetaschen flüchtenden Einbrecher zu Boden. Seinem Bruder, der den zweiten packt, ergeht es nicht so glimpflich. Der Mann versetzt ihm einen Schlag und flieht in Richtung Uelzener Straße.

Polizeisprecher Kai Richter betont, dass nach Paragraf 127 Absatz 1 der Strafprozessordnung jeder, der eine Straftat beobachtet, den Täter im Rahmen der Verhältnismäßigkeit bis zum Eintreffen der Polizei festhalten darf. „Aber es soll niemand den Helden spielen“, rät er. „Wichtig ist, dass man die Polizei ruft, beobachtet und sich die Dinge einprägt“, so sein Rat. „Ob man eingreift, hängt davon ab, was man sich selbst zutraut.“

Michael Schlawatzky, früherer Fußballtrainer des TSV Bienenbüttel, war als Nachbar ebenfalls vor Ort. Vielleicht verhinderte seine Anwesenheit, dass der zweite Einbrecher David Wiesener angegriffen hätte. Für den 55-Jährigen, der die Polizei alarmiert hat, bleibt trotz des Erfolges ein bitterer Nachgeschmack. „Das ist für mich ein Unding, dass man 20 Minuten auf die Polizei wartet.“ Das sei auch eine Folge des Personalabbaus bei der Polizei.

Die ganze Geschichte vom Penny-Einsatz steht heute in der gedruckten sowie auch in der digitalen Ausgabe. 

Kommentare