Varendorfer spenden 450 Euro für Nachbarn / Imke Verch-Henning und ihr Mann können es nicht fassen

Brandopfer zu Tränen gerührt

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Viel übrig geblieben ist nicht mehr. Die beiden Hausbesitzer haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Die Flammen haben Erinnerungen aus 50 Jahren vernichtet.

Bad Bevensen/Varendorf. Tränen sind bei Imke Verch-Henning geflossen, als Varendorfs Ortsvorsteherin Renate Niemann bei ihr im Krankenhauszimmer stand und ihr einen Briefumschlag überbrachte. Darin befanden sich 450 Euro. „Ich habe geheult“, beschreibt Verch-Henning.

Sie kann es bis heute noch nicht fassen, wie hoch die Welle der Hilfsbereitschaft unter den Varendorfern ist. „Das ist wirklich unglaublich. So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Verch-Henning.

Sie und ihr Mann sind Opfer der Flammen gewesen, die vor zwei Wochen, am Abend des 9. Oktobers, ihr Haus in Varendorf völlig zerstörten (die AZ berichtete). „Ich habe 20 Jahre dort gewohnt“, erzählt Imke Verch-Henning. Sie hat ihr Hab und Gut verloren. „Oben ist alles ausgebrannt. Alles stand in Flammen“, beschreibt sie ihre Eindrücke in der Brandnacht. Das Feuer hat Erinnerungen aus 50 Jahren vernichtet. „Gefäße, Bücher, Schmuck – alles ist weg.“ Das wichtigste sei jedoch, dass sie und ihr Mann leben, meint Imke Verch-Henning. Das bestätigt ebenso ihr Mann Horst Henning, mit dem sie in einer Ferienwohnung in Bad Bevensen untergebracht ist.

Beide sind am Abend des Feuers aufgrund von Rauchgasvergiftungen und einiger kleiner Verletzungen in ein Uelzener Krankenhaus gekommen. Dort verbrachten die Eheleute vier Tage. „Als ich von der Intensivstation herunterkam, stand Renate Niemann mit dem Umschlag vor mir“, berichtet Verch-Henning. Sie soll einen ganzen Tag von Haustür zu Haustür gegangen sein und habe Geld zusammengesammelt, erzählt sie weiter. „Ich soll eine Liste mit Sachspenden erstellen, hat sie gesagt. Die Hilfsbereitschaft ist enorm. Meine Nachbarn haben die Katzen aufgenommen und kümmern sich um die Tiere.“

Auch ihr Mann ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft. Das sei nicht zu glauben, bemerkt er. Und das vor dem Hintergrund, dass er und seine Frau nicht so aktiv in der Dorfgemeinschaft mitmischen würden. Der Zusammenhalt sei enorm. Für ihn und seine Frau steht fest, dass beide wieder zurück wollen nach Varendorf.

Von Volker Althoff

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