Sonnenblumen am Feldrand: Ökologische Maßnahme rechnet sich für die Landwirte

Blühstreifen sorgen für blühende Landschaften

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Sonnenblumen ín der Nähe von Bargdorf: Für die Landwirte gibt es 700 Euro pro Hektar für die Naturschutzmaßnahme. Die Blühstreifen kommen insbesondere Bienen zugute.

Bargdorf. Der Autoverkehr übertönt das Summen, aber sie sind da. Die Sonnenblumen an einem Feldstreifen bei Bargdorf ziehen die Bienen magisch an. Lange sitzen sie auf Blüten, um den im Spätsommer raren Nektar und Pollen aufzunehmen. Den Betrachter freut’s.

Die Sonnenblumen machen einfach gute Laune. Tausend kleine Sonnen recken ihre Köpfe in den Himmel.

Einer der Sonnenblumen-Bauern ist Hans-Wilhelm Giere aus Bargdorf. Insgesamt zehn Hektar Bienenmischung hat er in diesem Jahr ausgesät. Sie enthält neben den Sonnenblumen Alexandrinerklee, Buchweizen, Phacelia, Perserklee und Ölrettich. Für diese Maßnahme, die vor allem nützlichen Insekten zugute kommt und nebenbei schön anzuschauen ist, erhalten die Landwirte vom Land 700 Euro pro Hektar – als Ausgleich dafür, dass sie auf den Blühstreifen nicht düngen, nicht spritzen und der Natur den Vorrang lassen. Wenn der Landwirt mit einem örtlichen Imker zusammenarbeitet, gibt es sogar 100 Euro mehr.

„Das ist durchaus wirtschaftlich, und andererseits tut man was für die Umwelt, für Insekten, Bienen und Vögel“, sagt Landwirt Giere. Auch das Niederwild, also Hasen, Rebhühner und Fasane, profitierten von dem zusätzlichen Nahrungsangebot und der Deckung am Rand der abgeernteten Felder. Angesichts niedriger Getreidepreise rechnet sich das Programm erst recht, zumal die Blühstreifen auf die Verpflichtung der Bauern angerechnet werden, fünf Prozent ihrer Fläche der Natur zu überlassen.

Das bestätigt auch der Kreisvorsitzende des Bauernverbands Thorsten Riggert. „Das ist ein gutes Programm“, sagt der Klein Süstedter. „Das einzige, was schief gelaufen ist, dass es feste Aussaattermine gibt.“ Bis zum 15. April, so sehen es die Regeln vor, muss die Saat für Sonnenblumen und Co. im Boden sein – ohne Rücksicht auf die Witterung. Bei einem kühlen und nassen Frühjahr führt das zu Ausfällen, so Riggert: „Dann wächst natürlich nichts.“

Laut Landwirtschaftskammer in Uelzen wurden in diesem Jahr 1690 Hektar Blühstreifen von den Landwirten angelegt, das sind immerhin 2,5 Prozent der Ackerfläche. Hinzu kommen noch 76 Hektar Dauerblühstreifen. Damit ist das Programm mehr oder weniger ausgeschöpft, meint Alix Mensching-Buhr von der Landwirtschaftskammer, denn das Land fördert höchstens zehn Hektar pro Bauer.

Die Landwirtschaftskammer kontrolliert die Einhaltung der Bestimmungen, berichtet Giere. Bei ihm kamen die Kontrolleure gleich dreimal, um festzustellen, ob er die Blütensaat ausgebracht hat, ob die Mindestbreite eingehalten war und ob die Pflanzen aufgegangen waren.

Von Gerhard Sternitzke

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