Einheitsgemeinde will die Betreuungszeiten an die Arbeitswirklichkeit der Eltern anpassen

Bienenbüttels Kitas öffnen länger

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Die Kindergärten und Krippen in der Einheitsgemeinde Bienenbüttel sollen sich an die Arbeitswirklichkeit der Eltern anpassen. Die Einrichtungen werden deshalb zukünftig länger öffnen.

Bienenbüttel. Arbeitende Eltern haben es schwer. Arbeitgeber bringen häufig wenig Verständnis dafür auf, wenn Mütter auf die Minute genau gehen, um die Kinder pünktlich aus dem Kindergarten abzuholen.

Und die Erzieherinnen pochen genau darauf und können nicht immer verstehen, dass Eltern – die häufig Pendler sind – ihre Arbeits- und Fahrzeit nicht genau planen können. In der Einheitsgemeinde Bienenbüttel soll sich das jetzt ein Stück weit ändern. Die Kommune will die Öffnungszeiten der Kindergärten und Krippen erweitern.

Zukünftig sollen sie flexibel von 6 bis 18 Uhr öffnen. Bislang wurden die Kinder von 7.30 bis 17 Uhr betreut. So steht es im Entwurf zur Neukonzeptionierung der Kindertagesstätten, die am heutigen Dienstag, 11. März, 18.30 Uhr im Jugend-, Sport- und Sozialausschuss im Rathaus beraten wird.

„Die Motivation ist, dass die Kinderbetreuung an die Arbeitswirklichkeit der Eltern angepasst wird“, erklärt Bürgermeister Dr. Merlin Franke. Der Wunsch nach längeren Betreuungszeiten war das wichtigste Ergebnis der im August und September vorigen Jahres durchgeführten Elternbefragung. 135 Fragebögen – das entspricht einer Beteiligung von immerhin 75 Prozent – waren eingegangen.

„Wir wollen besser werden“, verspricht Bürgermeister Franke. Die Kehrseite: Die Kosten der Kitas und Krippen steigen. Der Zuschussbedarf für die Einheitsgemeinde ist bereits von 304 000 Euro (2004) auf 512 000 Euro (2009) angewachsen, 2014 beläuft er sich auf 682 000 Euro. Den Mehrbedarf für die längeren Betreuungszeiten beziffert Franke auf knapp 100 000 Euro. Deshalb sollen die Elternbeiträge um durchschnittlich 12 Euro (halbtags) bis 18 Euro (ganztags) pro Monat angehoben werden. In der Elternbefragung hatten sich viele Bürger bereiterklärt, für längere Zeiten auch mehr zu zahlen. „Den Hauptteil trägt aber die Kommune“, betont Franke. Bislang betragen die Elternbeiträge nur gut 20 Prozent der Gesamtkosten.

Zukünftig soll neben dem DRK-Kindergarten, dem Michaelis-Kindergarten und dem Waldkindergarten auch der bislang private Kinderhof Steddorf in die Planung einbezogen werden. Dort entstehen vier zusätzliche Plätze. Die Einrichtungen haben der Neukonzeptionierung bereits zugestimmt.

Die Kitas sind bereits jetzt voll ausgelastet, wenn es auch noch keine Wartelisten gibt. Im St. Michaelis-Kindergarten wurde bereits eine temporäre Zehner-Außengruppe eingerichtet. Zukünftig rechnet die Verwaltung mit einem Mehrbedarf von 14 Kindergartenplätzen (ohne die Michaelis-Außengruppe) und fünf Krippenplätzen.

Von Gerhard Sternitzke

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