RTL II Fernseh-Doku „Die Bauretter"

Bienenbütteler konnten ihr neues Haus nicht beziehen

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Heute genießen Detlef Querbach (51) und seine Frau Christiane Bergann (49) mit ihren Töchtern Sophie (16) und Denise (14) das Leben in ihrem Haus in Bienenbüttel. Hinter ihnen liegt eine Zeit voller Kummer und Tränen.

Bienenbüttel. An diese Zeit erinnert sich Christiane Bergann (49) nur ungern zurück: Die Familie hatte bereits die Wohnung gekündigt, doch das eigene Haus in Bienenbüttel war zum vereinbarten Termin nicht fertig.

Viereinhalb Monate lang lebte die vierköpfige Familie in einer winzigen Ferienwohnung. Ihre letzte Rettung sahen sie in den „Baurettern“. Wie Fernseh-Architekt John Kosmalla und Anwältin Manuela Reibold-Rolinger halfen, ist am heutigen Dienstag, 10. Juni, um 20. 15 Uhr auf RTL II zu sehen.

„Das holt wahrscheinlich wieder Gefühle in uns hoch“, ahnt Christiane Bergann, von Beruf Demenzbegleiterin. „Das hat uns damals viel Kummer und Tränen beschwert.“ Dabei hatte sich die Familie so auf die eigenen vier Wände am Eitzener Kirchsteig gefreut. Ein Haus ohne Dachschrägen, zentral in Bienenbüttel gelegen. Doch der Ärger begann noch während der Bauphase mit Streit um die Anschlusskosten.

Zwischenzeitlich stellte die Baufirma die Arbeiten ein. Die zusätzliche Ferienhausmiete und Anwaltskosten strapazierten das Budget der Familie bis zum Äußersten. Zu dritt mit Tochter Sophie mussten die Eltern in einem Bett schlafen. Selbst um die Möbel, die bei dem Bauunternehmer untergestellt waren und später – von Ratten angefressen und zum Teil verschimmelt – zurückkamen, musste die Familie kämpfen. Als sie nicht mehr weiter wusste, suchte sie Hilfe bei dem Fernsehsender, der aus dem Einsatz für Bauherren in Nöten ein eigenes Format gestrickt hat.

Tatsächlich stellte Fernseh-Architekt John Kosmalla („Zuhause im Glück – Unser Einzug in ein neues Leben“), der im Nachbarlandkreis Lüneburg lebt, in seinem Gutachten über 60 Baumängel fest.

Türen waren falsch eingesetzt, die Installation war nicht fertig und zu allem Überfluss regnete es durch, berichtet Ehemann Detlef Querbach. Im Februar 2013 war es soweit. Eine Woche lang durften die Bienenbütteler die eigene Baustelle nicht betreten. An den Tag, als sie zurückkehrten, kann sich der 51-jährige Bestatter genau erinnern: „Man ist aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen. Die haben den Flur neu gefliest, alle Türen neu eingebaut und eine zusätzliche Dusche eingesetzt“, erzählt Querbach.

Der Preis für die Hilfe von den Fernsehleuten sind die allgegenwärtigen Kameras, denn das Schicksal der Familie und die Hilfsaktion sind Stoff für ein Fernsehformat zur besten Sendezeit. Trotzdem verloren die Bienenbütteler schnell die Scheu vor der Kamera: „Die Zusammenarbeit war super. Die sind so herzlich, so liebevoll mit uns umgegangen. Die haben uns Mut zugesprochen“, erinnert sich Detlef Querbach. „Das war auch nicht gestellt.“

„Wir sind mit einem ganz dicken blauen Auge davongekommen“, resümiert seine Frau. „Das war wie ein Sechser im Lotto.“

Von Gerhard Sternitzke

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