Bienenbütteler Eltern loben helle und freundliche Räumlichkeiten / Kinder werden eingewöhnt

„Willkommen in der neuen Krippe“

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Hier gibt es viel Neues zu entdecken: Klara und Erzieherin Annette Bleich.

Bienenbüttel. „Pscht!“, sagt Lina, und hält den Finger vor die Lippen. So, wie es ihre Eltern machen. Dann trägt die Zweijährige das Bettchen, in das sie eine Puppe gelegt hat, zu ihrer Oma Heike Köhler. Inzwischen ist Klara aufgewacht.

Zunächst blättert sie in einem Bilderbuch, das ihr Papa mitgebracht hat, dann nimmt sie Kontakt auf. Lina lässt sich nicht lange bitten und nimmt die Kleinere in die Arme. Die beiden sind die ersten Kinder in der nagelneuen Krippe der DRK-Kindertagesstätte Bienenbüttel.

„Schöne Räumlichkeiten. Das ist hell und freundlich“, freut sich Klaras Vater Michael Kulessa aus Bienenbüttel. „Wir haben schon gezittert, dass die Krippe fertig wird.“ In der Rekordbauzeit von drei Monaten haben die Firmen den Neubau errichtet, den sich die Gemeinde Bienenbüttel 605 000 Euro kosten lässt. Um die Arbeiten zu beschleunigen, wurde das Gebäude mit den markanten Pultdächern in Holzrahmenbauweise errichtet. Die vorgefertigten Wandelemente wurden mit dem Kran montiert. In der Planungsphase konnten die Erzieherinnen ihre Wünsche einbringen.

„Herzlich willkommen in der neuen Krippe“: DRK-Kita-Leiterin Antje Gebers.

An der Tür hängt ein von Hand beschriebenes Schild: „Herzlich willkommen in unserer neuen Krippe“. Kita-Leiterin Antje Gebers führt durch die Räumlichkeiten. Die Freude ist ihr anzumerken. „Hier ist die Toilette. Der Wickeltisch wird gerade gebaut“, berichtet sie. Auch die Küche fehlt noch und viele Möbel. Durch den Flur. „Platz zum Bewegen und für Fahrzeuge“, bemerkt Antje Gebers. Die Erzieherinnen haben einen extra Sozialraum. Für jede Gruppe gibt es einen Ruheraum, eine echte Arbeitserleichterung für die Erzieherinnen. „Vorher mussten sie nach dem Essen gleichzeitig abräumen, die Kinder wickeln, die Betten auslegen.“

Zurück im Gruppenraum hat Lina gerade die Bauklötze entdeckt. Zunächst nimmt sie eine Handvoll heraus, dann dreht sie die Tonne kurzerhand um, und die bunten Steine prasseln auf den Linoleumboden. Klara greift zu, dann verliert sie das Interesse, wendet sich Lina zu und beginnt in ihre Haare zu fassen. Erzieherin Annette Bleich zieht sie sanft zu sich. „Nein, nicht an den Haaren ziehen!“, erklärt sie bestimmt, aber liebevoll.

Klara (1, links) und Lina (2) machen Bekanntschaft mit der neuen Bienenbütteler Krippe. Die Erzieherinnen Annette Bleich (links) und Sandra Tusch kümmern sich um die Neuankömmlinge.

Die DRK-Krippe gestaltet die ersten Wochen nach dem sogenannten Berliner Modell als Eingewöhnungsphase. Jeweils zwei Kinder machen Bekanntschaft mit den Erzieherinnen, den Kameraden und der neuen Umgebung. Lina kuschelt schon mal mit Erzieherin Sandra Tusch Probe, testet im Flur das Bobbby-Car, um sich im nächsten Moment wieder in die Arme ihrer Oma zurückzuziehen und am Zeigefinger zu nuckeln. „Es gehen mehr Eltern arbeiten, aber sie bleiben länger zur Eingewöhnung“, hat Annette Bleich beobachtet. „Ganz wichtig ist die Bindung, dass sich die Kinder an die Erzieherinnen gewöhnen“, sagt Leiterin Antje Gebers.

Die Krippe startet zunächst mit neun Kindern in der Vormittagsgruppe, in der Ganztagsgruppe sind es 14. Die Räume bieten Platz für insgesamt 30 Kinder, eine Zahl, die vermutlich schon im ersten Jahr erreicht wird, ist Antje Gebers überzeugt, denn der Anspruch auf den Krippenplatz gilt erst ab dem ersten Geburtstag.

Die alte Krippe wird übergangsweise von einer neuen Kindergartengruppe mit zehn Kindern in Beschlag genommen – bis der geplante Kindergarten-Anbau steht.

Linas Oma Heike Köhler aus Grünhagen freut sich über die Räume: „Vor etwa 22 Jahren ist meine Tochter in den neuen Kindergarten eingezogen, jetzt geht die Enkelin in die neue Krippe.“

Von Gerhard Sternitzke

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