Am nordwestlichen Ortsrand ist Platz für spätere Bebauung / Von 240 bis 300 Häusern ist die Rede

Bienenbüttel plant für die Zukunft

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Zwischen Vierenbachsweg und Hohnstorfer Straße liegt Bienenbüttels Zukunft. Hier könnte Bauland für 240 bis 300 Häuser entstehen, die in den nächsten Jahrzehnten errichtet werden könnten.

Bienenbüttel. Vom Vierenbachsweg schweift der Blick über die Landschaft.

Linkerhand grasen Kühe in der Niederung, auf der anderen Seite dehnen sich abgeerntete Felder, die zur Siedlung an der Hohnstorfer Straße abfallen, mittendrin ein Feldgehölz: Hier plant Bienenbüttel für seine Zukunft. Der Verwaltungsausschuss hat jetzt den Aufstellungsbeschluss für ein ausgedehntes Gelände zwischen Hohnstorfer Straße und Vierenbachsweg gefasst, auf dem später einmal – im Anschluss an die bestehenden Siedlungen – Häuser gebaut werden könnten.

Im Bauausschuss gab es auch Bedenken gegen die 28. Änderung des Flächennutzungsplans im Nordosten Bienenbüttels. „Wir reden hier über ein Baugebiet, das sehr groß ist“, mahnte Reinhard Schelle-Grote von den Grünen. „Ich habe große Bauchschmerzen mit bis zu 800, 1000 Menschen im Verhältnis zur jetzigen Einwohnerzahl.“ Die Fläche befinde sich zudem in unmittelbarer Nähe zum Naturschutzgebiet Vierenbach. Eine Bebauung führe zu einer großflächigen Versiegelung des Bodens. Schelle-Grote forderte stattdessen, ein Gesamtkonzept für neuen Wohnraum in der gesamten Gemeinde Bienenbüttel zu erarbeiten.

„Wir schaffen hier die Möglichkeit, in den nächsten 30, 40 Jahren Bauland für 240 bis 300 Häuser zu schaffen“, betonte dagegen Arnold Witthöft (SPD). Angesichts der 60 Bewerber, die sich für 38 Bauplätze in dem noch gar nicht rechtskräftigen Baugebiet Wellbruch II in Steddorf haben vormerken lassen, habe die Gemeinde Bienenbüttel grundsätzlich Bedarf an weiterem Bauland.

Es geht um eine langfristige Zukunftsplanung in einem ganz frühen Stadium, betont auch Bürgermeister Dr. Merlin Franke gegenüber der AZ. Wie viele Häuser einmal zwischen Hohnstorfer Straße und Vierenbachsweg gebaut werden könnten, lässt er offen. Größe und Zeitpunkt einer tatsächlichen Bebauung, die etwa durch Ausgleichsflächen für die Natur eingeschränkt werde, könnten später nach dem jeweiligen Bedarf festgelegt werden.

„Die Verwaltung sieht es als wichtig an, Bauwilligen Bauland anzubieten, aber wir wollen das kontrolliert tun und keinen Wildwuchs. Wir wollen nicht, dass ein Ortsteil überlastet wird“, betont Franke. „Der Fokus liegt auf dem Kernort Bienenbüttel, aber die Ortsteile sollen in einer möglichen Entwicklung nicht gehindert werden.“

Von Gerhard Sternitzke

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