Bonus für Passivhäuser

Bienenbüttel fördert energiesparende Bauweise mit einem Zuschuss

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Passivhäuser brauchen keine normale Heizung. Möglich wird das unter anderem durch besonders gute Wärmedämmung.

Bienenbüttel. Es hört sich für den normalen Hausbesitzer immer noch unglaublich ein: Passivhäuser kommen per Definition ohne richtige Heizung aus. Erreicht wird dies durch eine extra starke Dämmung von Wänden und Fenstern.

Experten zufolge spart so ein Haus gegenüber einem durchschnittlichen Neubau 75 Prozent der Energie ein – vielleicht demnächst auch in Bienenbüttel. Die Gemeinde fördert ab sofort Bauherren, die im Gemeindegebiet ein Passivhaus bauen, mit einem Zuschuss von 500 Euro.

„Die Gemeinde möchte ein positives ökologisches Signal setzen“, erklärt Hans-Jürgen Franke (KA) den Vorstoß von Kommunalpolitischer Alternative (KA) und CDU. Das Geld soll fließen, wenn der Bauherr ein entsprechendes Zertifikat vorlegen kann. Das Programm ist wegen der Kommunalwahl zunächst bis Ende 2016 befristet. „Wir hoffen, dass der neue Rat es auch so macht“, sagt Franke.

Der jährliche Energieverbrauch für die Restheizung eines Passivhauses darf nach der Definition des Passivhaus-Instituts 15 Kilowattstunden – das entspricht 1,5 Liter Heizöl – pro Quadratmeter im Jahr nicht übersteigen. Dabei helfen auch Bewohner und Geräte und gegebenenfalls die einfallende Sonne zu „heizen“. Eine Lüftungsanlage sorgt dafür, dass die von ihnen abgegebene Wärme nicht ungenutzt entweicht. Kritiker monieren allerdings, das System könne gestört werden, wenn die Bewohner die Fenster öffnen.

Karl-Heinz Köhler begrüßt die Passivhaus-Zulage der Gemeinde Bienenbüttel: „Dieser Anreiz ist lobenswert“, findet der Kreisvorsitzende des Naturschutzbunds (Nabu). „Wenn jemand ein neues Haus baut, ist das ein geringer Betrag, aber es ist eine Anerkennung für die Bemühung.“ Laut Wikipedia sind Passivhäuser um fünf bis 15 Prozent teurer als konventionelle Häuser. Dem gegenüber stehen deutlich geringere Energiekosten, gibt der Umweltschützer zu bedenken. „Die Prämie ist eine gute Idee, um Leute zu animieren, über eine energieoptimale Bauweise nachzudenken.“ – Eine freiwillige Leistung, die sich die meisten Kommunen im Landkreis Uelzen gar nicht leisten könnten. Darüber hinaus schlägt Köhler vor, ein ganzes Baugebiet oder Dorf durch ein Blockheizkraftwerk mit eigener Energie zu versorgen.

Auch andere Kommunen versuchen, die energiesparende Bauweise populär zu machen. In Heidelberg entsteht die größte Passivhaussiedlung der Welt.

Von Gerhard Sternitzke

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