Kurze Straße Bienenbüttel: Bauausschuss will keine Korrektur

Falsche Regengosse bleibt

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Nicht planungsgemäß gebaut: Die Regengosse ist in der Kurzen Straße versetzt angelegt worden. Die Bienenbütteler wollen aber auf eine Ausbesserung verzichten.

Bienenbüttel. Die Diskussion um Bahnhof- und Kurze Straße in Bienenbüttel ging in die nächste Runde: Nachdem die Ursache für die Unebenheiten im Pflasterbett per Gutachten ermittelt werden konnte (die AZ berichtete), standen bei der vergangenen Bauausschusssitzung die Gestaltung der Kurzen Straße sowie die Anliegen von Anwohnern im Mittelpunkt.

Denn die beschwerten sich über „unerträgliche Lärmbelästigungen“ durch das neue Pflaster und das Geschwindigkeitsverhalten der Autofahrer.

„Die Umgestaltung hat zu einer 100-prozentigen Verschlechterung der Wohnqualität geführt. Ab 5 Uhr kann ich nicht mehr schlafen“, beschwerte sich Carl-Ludwig Eggers. Der Anwohner der Kurzen Straße monierte gleich zwei Gründe für den gestiegenen Geräuschepegel: der Wechsel von Asphalt zu Pflaster und die Position der Regengosse in der Kurzen Straße. Letzteres stellte die Ausschussmitglieder am Donnerstag vor eine rechtliche Entscheidung. Denn, nachdem das Pflaster dort vergangene Woche ein weiteres Mal angehoben und das fehlerhafte Pflasterbettmaterial ausgetauscht wurde (AZ berichtete), entspricht die Umgestaltung der Straße in Sachen Material zwar der Ausschreibung – optisch aber nicht: Die Baufirma hat die Gosse im unteren Bereich der Kurzen Straße, dort wo sie in die Lindenstraße mündet, bis zu 50 Zentimeter abweichend zu den Planungen angelegt. Trotz des Fehlers will die Firma die Gosse nicht verlegen, weil aus ihrer Sicht keine Notwendigkeit besteht, und zudem der Aufwand einer solchen Maßnahme nicht im Verhältnis zum Nutzen stehe – eine Argumentation, die den Ausschussmitgliedern nach einer Ortsbesichtigung schlüssig erschien. Bei einer Gegenstimme empfahlen sie dem Rat – trotz der Beschwerden des Anwohners – auf die Verlegung der Gosse zu verzichten.

Das Thema Geschwindigkeit hingegen sorgte für mehr Gesprächsstoff: Bienenbüttels Bürgermeister Heinz-Günther Waltje betonte, dass sich Verwaltung und Rat bewusst für den Pflasterbelag entschieden haben – unter anderem, um das Tempo der Autofahrer zu drosseln: „Es ist beweisen, dass auf Pflaster automatisch langsamer gefahren wird, als auf Asphalt“, erklärt er. Dennoch: Auch Anwohner der Bahnhofstraße äußerten den Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung. „Unsere Botschaft von gleichberechtigten Partnern in der Bahnhofstraße und der Kurzen Straße ist noch nicht angekommen“, fasste Heinrich Scholing (Grüne) zusammen. Autofahrer seien in der 30er-Zone zu schnell unterwegs. Scholing: „Es fehlen weitere Hinweise, dass das keine normale Durchgangsstraße mehr ist.“ Dennoch empfahlen die Ausschussmitglieder keine weiteren Maßnahmen – etwas Zeit wollen sie Besuchern und Einwohnern noch geben, das Straßenkonzept zu verinnerlichen. Die Lärmbelästigung der Anwohner in der Kurzen Straße soll erneut geprüft werden.

Von Wiebke Brütt

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