Tausende kommen ins beschauliche Barnstedt / Erlös für Initiativkreis zur Unterstützung von Asylbewerbern

Benefiz-Musikmeile: „Eine neue Qualität der Solidarität“

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Für die Barnstedter Flüchtlinge eine neue Erfahrung, die festgehalten werden muss: der Spielmannszug Melbeck.

mki Barnstedt. Es gibt Metal-, Rock- und Reggae-, Jazz-, Blues- und Folk- und – für die ganz Hartgesottenen – ja, für die gibt es sogar Schlagerfestivals. Und es gibt die Musikmeile Barnstedt.

Hier versammelte sich am Sonnabend bereits zum dritten Mal auf sieben kleinen und großen Bühnen rund um die Hauptstraße des 700-Seelen-Dorfes die geballte Vielfalt der internationalen Klangkultur.

Balkanmusik vom Akkordeon mit Troubaduo.

Von klassischen Liedern mit Klavierbegleitung in der Jahrhunderte alten Gutskapelle über knüppelharten Punkrock in der Alten Schmiede bis hin zu zartschmelzenden Chansons in Ankes Garten – 37 Gruppen und Solisten, insgesamt über 150 Musiker, ließen von Mittag bis kurz vor Mitternacht kaum eine stilistische Vorliebe des experimentierfreudigen Publikums aller Altersstufen unbeschallt – und das unter Verzicht auf jegliche Gage. Die Vielfalt der Musik spiegelte sich auch im kulinarischen Angebot des hierzulande wohl einzigartigen, eintrittsfreien Benefiz-Festivals, dessen Spendenerlöse komplett in die Arbeit des Initiativkreises zur Unterstützung von Asylbewerbern fließen.

Wieder: Neben den einheimischen Klassikern wie Würstchen, Pommes, Kaffee und Kuchen kredenzten die Flüchtlinge der Gemeinde im Gasthaus Grote ihre selbstgekochten Spezialitäten aus Marokko, Sudan und Somalia. Auch bei den Lütten kam derweil keine Langeweile auf: Während ihre Eltern in Kramers Kuhstall zum Reggae der Drögenboys tanzten oder mit den Lüneburger-Schrott-Trommlern auf dem Hofplatz des Ritterguts den „Wall of Trash“ zelebrierten, amüsierten sie sich bei strahlendem Sonnenschein beim Waffelbacken, Spielen und Schminken, Traumfänger-Basteln und Stockbrotbraten im idyllischen Kapellen-Garten.

Für Mitveranstalter Jens Thomsen vom rein ehrenamtlich arbeitenden Initiativkreis produziert die gelebte Solidarität mit den in Not geratenen Geflüchteten auch eine Solidarität neuer Qualität unter den Einheimischen.

Geballte Vielfalt in Barnstedt

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