Kita-Konzept: Grüne fordern geringeren Elteranteil

Beitragsstaffel birgt Zündstoff

+
Lernen, basteln, spielen: Die Kindergärten und Krippen in Bienenbüttel sollen bald länger geöffnet haben. Dafür steigen die Kosten.

Bienenbüttel. Bürgermeister Dr. Merlin Franke (CDU) trieb es am Dienstagabend die Zornesröte ins Gesicht: Der Ausschuss für Jugend, Sport, Senioren und Soziales der Gemeinde Bienenbüttel stimmte dem neuen Kindergarten-Betreuungskonzept zwar zu, das Papier barg aber Zündstoff für lange Diskussionen.

Der Grund: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen meldete Beratungsbedarf zu dem Konzept an, das unter anderem die Erweiterung der Betreuung in den Kindergärten und Krippen auf die Zeit von 6 bis 18 Uhr vorsieht (AZ berichtete). Man hege Vorbehalte bezüglich der neuen Beitragsstaffel, denn die Elternbeiträge werden für einen Kindergartenplatz zu den Kernzeiten um 12 Euro und für einen Krippenplatz um 18 Euro pro Monat angehoben.

Dr. Merlin Franke

„Wir würden es gut finden, wenn die Elternbeiträge gesenkt werden“, formulierte es Victoria Koke (Bündnis 90/die Günen). Der Dringlichkeitsantrag ihrer Fraktion auf eine schrittweise Einführung der Beitragsfreiheit für Eltern mit Wohnsitz in Bienenbüttel kam allerdings nicht auf die Tagesordnung. Außerdem seien es nicht die „einzigen 100 000 Euro“ gewesen, über die man in den vergangenen Wochen entscheiden habe müssen.“ Man brauche mehr Zeit für die Entscheidung.

Mehrfach wies Franke auf die Dringlichkeit der Umsetzung hin. Die Planungssicherheit der Eltern würde gefährdet. „Wenn wir heute dazu nicht weiter kommen, können wir die Plätze nicht vergeben, und wir haben nicht genug Plätze“, betonte Franke. Man laufe Gefahr, den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz nicht erfüllen zu können. Zudem stünde das Konzept zur Ferienbetreuung und die Personalplanung auf der Kippe. Und ohnehin: „Wir haben die sozialste Staffel der Kindergartenbeitragsstaffeln, die mir vorliegen“, bekräftigte der Bürgermeister.

„Diesen Zeitdruck haben wir nicht aufgebaut seitens der Politik“, sagte Stefan Waltje (SPD/Stefan-Waltje-Gruppe). Dass man die Plätze schaffen müsse, stehe außer Frage. Er wünsche sich aber eine „Anschlusslösung“, wenn die Kinder zur Schule wechselten. Ob Eltern ihre Arbeitszeiten dann wieder einschränken müssten, fragte er kritisch.

Der Wunsch nach längeren Betreuungszeiten war das Ergebnis einer Elternbefragung. Darin hatten sich viele Bürger bereit erklärt, für längere Zeiten mehr zu zahlen. Die Neukonzeptionierung sieht auch vor, den bislang privaten Kinderhof Steddorf in die Planung einzubeziehen, mit dem Ziel, zusätzliche Plätze zu gewinnen. Um den wachsenden Bedarf abdecken zu können, soll zudem eine Zehner-Kindergartengruppe im St. Michaelis-Kindergarten um ein Jahr verlängert werden. Die Entscheidung hat der Verwaltungsausschuss.

Von Anna Petersen

Mehr zum Thema

Kommentare