Bauplätze in den Ilmenauwiesen?

Der Verkauf seiner Immobilie beschäftigt den Besitzer des Bienenbütteler Gasthauses Moritz schon lange. Nun hat er einen Antrag beim Bienenbütteler Bauausschuss gestellt: Er möchte die angrenzenden Ilmenauwiesen anderweitig verkaufen und möchte dort darum vier Bauplätze augewiesen haben. Foto: Ph. Schulze

Bienenbüttel. Seit geraumer Zeit versucht der Eigentümer des Gasthauses Moritz, Thorsten Sander, die Immobilie zu verkaufen. Die anliegenden Ilmenauwiesen bezieht er allerdings nicht in die Planungen mit ein, wie er während der vergangenen Sitzung des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss der Gemeinde Bienenbüttel erklärte. Deshalb möchte Sander diese Flächen anderweitig verkaufen und beantragt hierfür die Ausweisung von vier Bauplätzen.

Die Flächen an der Ilmenau, die teilweise im Überschwemmungsgebiet und im FFH (Flora-Fauna-Habitat)-Gebiet liegen beziehungsweise unmittelbar an das Landschaftsschutzgebiet grenzen, sollen verkauft werden, um mit dem Erlös unter anderem Sanierungsmaßnahmen an dem denkmalgeschützten Gasthaus Moritz zu finanzieren. So soll beispielsweise der Saal des Gasthauses behindertengerecht, mit Fahrstuhl und Toiletten umgebaut werden. Auch einen Verkauf der Vogtei erwägt Thorsten Sander – und das wird, so argumentierte er, problemloser sein, wenn die Gebäudeanlage verkleinert wird.

Wenn auch die Gemeinde „ein gewisses Verständnis für die finanziellen Aspekte“ sieht, sei es aus ihrer Sicht „doch sehr bedauerlich, wenn die Ilmenauwiesen zukünftig zerstückelt und bebaut werden“, heißt es in der öffentlichen Sitzungsvorlage für den Fachausschuss. Daher, so die Auffassung der Verwaltung weiter, spreche einiges dafür, „sich gegen die Aufstellung des Bebauungsplanes auszusprechen, um die Ilmenauwiesen in ihrem jetzigen Zustand zu erhalten“. Ausschussvorsitzender Heinrich Hellbrügge (CDU) hatte auch so seine Bedenken: Er bezweifelte, dass der Landkreis sein Einverständnis für einen Bebauungsplan an dieser Stelle gibt.

Die Ausschussmitglieder entschieden noch nichts. Die Fraktionen sollen über das Vorhaben des Eigentümers befinden. Danach soll das Thema nicht erneut in öffentlicher Sitzung besprochen werden. Stattdessen soll nach der Sommerpause der Verwaltungsausschuss – nach dem Gemeinderat das zweithöchste Entscheidungsgremium, das stets in nichtöffentlicher Sitzung tagt – befinden.

Von Ines Bräutigam

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