Bauarbeiter finden bei Abrissarbeiten in Bienenbüttel Fisch und setzen ihn in den Mühlengraben

Wie der Aal in die Grundschule kam

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Mit dem Minibagger räumt Vorarbeiter Michael Diers das ehemalige Atrium der Bienenbütteler Grundschule für die neue Bibliothek ab. Beim Ablassen des Wasserbeckens entdeckte er den Aal.

Bienenbüttel. Da staunten die Bauarbeiter nicht schlecht: Während die Abrissarbeiten in der Grundschule Bienenbüttel bereits liefen, tummelten sich im Wasserbecken des Atriums noch Fische.

„Ich hab’ das Wasser abgelassen, und da war ein Aal drin“, wundert sich Vorarbeiter Michael Diers. 60 Zentimeter maß das Tier, das eine Putzfrau mitgebracht haben soll. Diers und seine Kollegen setzten es – ebenso wie ein paar Weißfische und eine Karausche – im Mühlengraben nebenan aus. Nun gehen die Arbeiten weiter. Wo Diers Erde und Platten mit dem Minibagger wegschaufelt, entsteht Bienenbüttels neue Bücherei. Für das 20 Quadratmeter große Fischbecken wird er den Presslufthammer brauchen.

„Die Wand von dem Klassenraum kommt komplett weg. Hier bekommt die Bücherei einen eigenen Zugang“, zeigt Bürgermeister Dr. Merlin Franke am Rande der Baubesprechung. In dem ehemaligen Klassenzimmer entsteht das neue Büro der Büchereileiterin. Platz für Bücher und Leser mit Belichtung aus Dachfenstern wird in dem durch einen Gang erweiterten ehemaligen Atrium der Schule geschaffen. 70 Quadratmeter mehr hat die Bibliothek dadurch zur Verfügung. In die jetzigen Räumlichkeiten im Rathaus sollen wegen des Verkaufs des Mühlenbachzentrums die Vereine und Verbände ziehen. Auch die beiden Gänge für die Schule werden verbreitert. „Die Schule wird wesentlich heller als der jetzige Bau“, verspricht der Bürgermeister.

Das gilt auch für die entkernte Aula, in der jetzt ein Miniradlader herumkurvt. In der Schaufel schafft er herausgekloppte Bodenplatten heraus. Die Deckenverkleidung ist abgerissen, die Türen sind mit Folie verklebt. „Die Aula wird komplett runderneuert“, sagt Franke. Nach der Sanierung und Wärme-Isolierung wird der Raum 30 Quadratmeter größer, mit behindertengerechtem Zugang, Fußbodenheizung und verdunkelbaren Fenstern. „Der Vorteil ist, dass wir den Raum zukünftig komplett nutzen können“, so Franke.

Angenehm für die Gemeinde: Sie erhält für das 750 000-Euro-Projekt 56 000 Euro mehr Förderung. Ursprünglich waren 300 000 Euro eingeplant. Bis zum Jahresende müssen die Baumaßnahmen abgeschlossen werden, damit die Gelder fließen. Die Baufirma aus Neuenkichen arbeitet auch sonnabends, damit die eigentlichen Abrissarbeiten bis zum Schulbeginn abgeschlossen sind. Die Baustelle wird dann von den schulischen Räumen abgetrennt. Eine Isolierschicht soll die Baugeräusche dämmen.

Von Gerhard Sternitzke

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