Verkehrssicherheitsexperte befürwortet Beschränkung auf 80 km/h

Tempo-Limit an der B4? Bargdorfer hoffen auf Schilder

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Der tägliche Wahnsinn auf der B4 bei Bargdorf.

Bargdorf. Eine Portion Mut brauchen die Bargdorfer, wenn sie auf die B 4 einbiegen wollen. Ob hinter der Kuppe Autofahrer Gas geben, können sie nicht sehen.

Und häufig kommt der Verkehr auf der Bundesstraße sogar zweispurig, weil viele wegen der vielen Lastwagen am Berg im Blindflug überholen. Die Bargdorfer fordern deshalb schon seit Jahren eine Tempobeschränkung und ein Überholverbot auf dem Abschnitt kurz vor Bienenbüttel. Jetzt gibt es neue Hoffnung auf eine entsprechende Beschilderung.

„Solange ich Ortsvorsteher bin, ist Tempo 70 eine Forderung bei den Ortsversammlungen“, berichtet Christopher Tieding. „Und ich habe regelmäßig bei den Behörden nachgefragt.“ Jüngst gab es erneut einen Ortstermin mit Vertretern der Gemeinde, der Polizei, der Landesbehörde für Straßenbau sowie des Straßenverkehrsamtes des Landkreises Uelzen, bei dem es um den Wunsch der Dorfbewohner ging.

Zum Tag des offenen Hofes galt an den beiden Bargdorfer Einmündungen Tempo 70 und Überholverbot.

Am vergangenen Wochenende standen die Schilder sogar schon an der B 4 – vorübergehend, als Sicherheitsmaßnahme beim Tag des offenen Hofes. Die Hürden sind allerdings hoch, weiß Tieding, denn die B 4 ist eine vielbefahrene Verkehrsader. Der Verkehr soll fließen. Der Ortsvorsteher meint deshalb: „Das Tempo wäre nicht so entscheidend, sondern das Überholverbot. Dann sinkt automatisch das Tempo“, ist er überzeugt. Der Landkreis Uelzen, der die Aufstellung der Verkehrsschilder als untere Verkehrsbehörde verfügen müsste, hat noch keine Entscheidung getroffen, wie Kreis-Sprecher Martin Theine mitteilt. „Über die Thematik wird zurzeit in enger Abstimmung mit den oben genannten Beteiligten beraten“, heißt es auf AZ-Anfrage.

Ein Unfallschwerpunkt ist die nördliche der beiden Zufahrten aus Bargdorf nicht, betont der Verkehrssicherheitsexperte der Polizei, Andreas Dobslaw, es gab innerhalb von drei Jahren nur einen einzigen Zusammenstoß auf der Kreuzung, wohl aber habe diese Stelle „Gefahrenpotenzial“. Dennoch habe die Unfallkommission, deren Geschäftsführer er ist, diesen Bereich bereits seit längerem regelmäßig im Blick. Wenn die Gemeinde Bienenbüttel das Gewerbegebiet Am Klaepenberg demnächst erweitere, dann sei mit einer weiteren Verschärfung der Situation durch zusätzlichen Kreuzungsverkehr zu rechnen. Dobslaw befürwortet deshalb neue Schilder: „Wir würden gern Tempo 80 haben, und aufgrund der Verkehrabläufe könnte ich mir sehr gut ein Überholverbot vorstellen.“ Damit liegt Dobslaw zehn Stundenkilometer über der Bargdorfer Forderung, und das aus gutem Grund: „80 hat eine hohe Akzeptanz. Damit können Sie den Verkehr harmonisieren“, so der Verkehrssicherheitsexperte.

Von Gerhard Sternitzke

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