Dauerparker in der Bienenbütteler Bahnhofstraße / Gemeinde will P&R-Anlage erweitern

Bahnfahrer blockieren Parkplätze

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Parkplätze sind begehrt in der Bienenbütteler Bahnhofstraße. An manchen Tagen müssen die Kunden der Einkaufsmeile Extrarunden in Kauf nehmen.

Bienenbüttel. Dorfleben in Bienenbüttel. Man kennt und grüßt sich auf der Straße. Vom Einkauf am Marktstand geht es noch schnell ein paar Schritte zur Postagentur oder man trifft sich auf einen Kaffee mit Bekannten.

Sogar über die Kreisgrenze hinweg, aus Melbeck und den Nachbarorten, kommen Kunden zum Einkaufen. Wäre da nicht ein Problem: Allzu oft steht Auto an Auto in der Bahnhofstraße. Dann heißt es: kein Parkplatz frei, und das ist auch ein Problem für die Geschäfte.

„Ich habe schon oft beobachtet, dass viele Fahrzeuge den ganzen Tag stehen“, berichtet Christiane Quandt aus dem Schuhhaus Höber auf AZ-Nachfrage. „Das ist nicht der Sinn der Sache.“ Allerdings sind häufig auch die Park- & Ride-Parkplätze (P&R) am Bahnhof nicht ausreichend. Bahnpendler weichen dann in die angrenzende Einkaufsmeile aus. Verboten ist das bislang nicht.

Das Problem sieht auch Anne-Grete Patz. „Für Dauerparker ist die Bahnhofstraße nicht gemacht“, meint die Inhaberin der gleichnamigen Buchhandlung mit der Postagentur. Plätze würden jedoch nicht nur von Bahnfahrern, sondern auch von Anwohnern und Beschäftigten blockiert. Dabei stehen für sie häufig hinter den Häusern eigene Parkplätze zur Verfügung, weiß die Geschäftsfrau: „Wenn die Leute, die hier wohnen und arbeiten, die zugewiesenen Parkplätze nutzen würden, wäre viel gewonnen.“

Die Gemeinde hat bereits den Marktplatz vor dem Rathaus für Besucher und Mitarbeiter freigegeben. Parkgebühren würden die Geschäfte nicht gerne sehen. „Für ein Dorf wie Bienenbüttel ist es wichtig, dass die Kunden kostenlos vor dem Geschäft parken können“, sagt Christiane Quandt. Aber sie hat eine Idee: „Man könnte Hinweisschilder aufstellen, wo man parken kann.“

Die Wirtschafts- und Tourismusgemeinschaft Bienenbüttel (WTG) hat vor Jahren eine Parkzeitbegrenzung ins Spiel gebracht. „Aber dafür brauchen Sie jemand, der das überwacht“, meint Anne-Grete Patz zur Parkzeitbegrenzung.

„Das ist derzeit kein Thema“, stellt auch Bürgermeister Dr. Merlin Franke auf AZ-Nachfrage klar. Die Gemeinde bemühe sich aber um eine Erweiterung der Park- & Ride-Parkplätze für Bahnfahrer. Erst anschließend könne man die Parksituation in der Bahnhofstraße thematisieren. Langfristig plant die Gemeinde Bienenbüttel, wie Bauamtsleiterin Inga Heitmann jüngst im Bauausschuss informierte, ein Parkraumkonzept für den gesamten Kernort.

Von Gerhard Sternitzke

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