Im Rahmen der Dorferneuerung wird die Steddorfer Ortsdurchfahrt neu gestaltet

Bäume sollen Autofahrer bremsen

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Freie Fahrt für Autofahrer am Steddorfer Ortseingang. Durch alleeartige Baumpflanzungen und Verschwenkungen sollen die Autofahrer gebremst werden.

Steddorf. Wo liegt eigentlich Steddorf? Der Autofahrer nimmt Neu-Steddorf ab der Kreuzung B 4 als lange Siedlung wahr, die ihn zwingt, Tempo 50 zu fahren.

Anschließend passiert er die Sandwälle des startbereiten Baugebiets Wellbruch II. Den Steddorfer Ortskern nimmt er kaum wahr, und häufig genug drückt er schon aufs Gaspedal. Das soll sich bald ändern. Im Rahmen der Bienenbütteler Dorferneuerung, die laut Bürgermeister Dr. Merlin Franke bis 2018 verlängert worden ist, soll die Ortsdurchfahrt umgestaltet werden.

„Das ist eine gerade Strecke. Da wird schnell gefahren“, berichtet Ortsvorsteher Andreas Meyer. „Die neue Ortsdurchfahrt mit Bürgersteigen und Verkehrsberuhigung, mehr wollen wir gar nicht“, fügt er hinzu.

Planerin Astrid Pesel hat die Umgestaltung bereits im 2011 beschlossenen Dorferneuerungsplan grob skizziert. Demnach sollen alleeartige Baumpflanzungen ins Dorf führen, Fahrbahnverschwenkungen die Fahrgeschwindigkeit auf der Kreisstraße 20 abbremsen.

„Der Grundgedanke ist, dass die Ortsdurchfahrt optisch etwas verengt und der ländliche Charakter betont wird“, erklärt SPD-Ratsherr Arnold Witthöft, Vorsitzender des Steddorfer Dorfvereins. „Die Dorfbewohner wünschen sich, dass die Autos nicht mehr so in den Ort reinjagen.“

Weitere Details: Das Regenwasser soll in Mulden mit Natursteinplaster am Straßenrand versickert werden. Der Bus hält nicht mehr in einer separaten Haltebucht, sondern direkt auf der Fahrbahn – eine weitere Maßnahme zur Verkehrsberuhigung.

Für die Neugestaltung und Verkehrsberuhigung der Steddorfer Ortsdurchfahrt waren 2011 Kosten von insgesamt 345.000 Euro kalkuliert. Angesichts steigender Baukosten wird es vermutlich etwas teurer. Die Planung ist nicht bindend. Nur soviel steht fest: Der Radweg in Richtung Rieste, der ab Sommer gebaut werden soll, muss die Neugestaltung berücksichtigen.

Die Planerin hat sich auch Gedanken über den Dorfplatz gemacht, der sich aber in Privatbesitz befindet. Von einer Milchbank wie in alten Zeiten, kombiniert mit einer Infotafel, ist im Dorferneuerungsplan die Rede, von einem Brunnen am Brunnenweg, von einem Dorfcafé in einer alten Scheune.

Schöne Ideen für das Dorf, meint Arnold Wiffhöft vom Dorfverein. „Aber man muss sehen, was sich umsetzen lässt.“

Von Gerhard Sternitzke

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