Bienenbütteler Verein um Katja Konwer erhält Hanse-Merkur-Preis für Kinderschutz

Anerkennung für Transplant Kids

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Katja Konwer (7. von links) und Wolfgang Ludwig (3. von rechts) von Transplant Kids konnten gestern Abend für das Engagement ihres Vereins den Anerkennungspreis des Hanse-Merkur-Preises entgegennehmen. Zur Verleihung des Preises war auch Schauspielerin Andrea Sawatzki (8. von links) gekommen. Den Hauptpreis bekam Johanna Ruoff von Ein Platz für Kinder (5. von links) überreicht.

Bienenbüttel/Hamburg. Tolle Anerkennung für die wenigen Ehrenamtlichen von Transplant Kids: Der Verein aus Bienenbüttel erhielt gestern in Hamburg einen Anerkennungspreis des Hanse-Merkur-Preises für Kinderschutz.

Die Gründerin und Vorsitzende Katja Konwer aus Bienenbüttel sowie ihr Stellvertreter Wolfgang Ludwig nahmen den Preis bei einer Gala in der Elbmetropole in Empfang. Schirmherr war der Hamburger Ballettdirektor John Neumeier.

Die Bienenbüttelerin Katja Konwer lebt selbst mit einem transplantierten Organ. Zusammen mit anderen Transplantierten organisiert sie seit 2009 jedes Jahr das Transplant-Kid-Camp, in dem organtransplantierte Kinder Abstand vom oft überbehüteten Alltag in der eigenen Familie finden.

Katja Konwer selbst spricht von ihrem zweiten Leben, wenn sie von ihrer Transplantation erzählt. Davon möchte sie etwas zurückgeben. „Wir wollen organtransplantierten Kindern zwischen acht und 14 Jahren helfen, einen altersgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit ihrem transplantierten Organ zu finden“, berichtet die Bienenbüttelerin.

320 bis 360 Kinder pro Jahr erhalten ein neues Organ. In 85 Prozent der Fälle ist das eine neue Leber, bei 15 Prozent handelt es sich um eine neue Lunge. Doch damit sind die Sorgen nicht vorbei. Regelmäßige Medikamente, ohne die die Spenderorgane sofort abgestoßen würden, und häufige Arztbesuche gehören zum Alltag. Wenn die Jugendlichen in der Pubertät sich den starren Regeln der Erwachsenen widersetzen, nehmen die Probleme noch zu.

Auf der einwöchigen Reise werden 20 Kinder von rund zehn Erwachsenen sowie einer Ärztin betreut. „Weg von den Eltern – das ist ein Riesen-Abenteuer für die oftmals sehr behüteten Kinder“, heißt es in der Preisbegründung. Die Kinder haben ihren Spaß, aber sie bekommen auch Wissen vermittelt über Themen wie Ernährung, Stressbewältigung und Motorik.

Dabei lernen sie auch ihre Möglichkeiten kennen, gewinnen Selbstvertrauen. Kilometerweit Rad fahren, einmal von Bord ins Wasser springen trotz Magensonde – kein Problem. „Aber die Medikamente, die müssen pünktlich eingenommen werden. Das leben wir den Kindern vor“, erklärt Wolfgang Ludwig.

Den mit 20 000 Euro dotierten Hauptpreis erhielt die Stiftung Ein Platz für Kinder aus München, die Schutzhäuser baut, in denen misshandelte und missbrauchte Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren in Ausnahmesituationen ein Heim finden.

Von Gerhard Sternitzke

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