Autobahn 39: Kurstadt und betroffene Einwohner gründen Interessengemeinschaft

Bevensen will Trasse verhindern

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Bad Bevensen. Die Stadt Bad Bevensen macht gegen den Bau der geplanten Autobahn 39 mobil: Am Montagabend haben Einwohner Bad Bevensens, die von der aktuellen Trassenführung betroffen sind, im Rathaus eine Interessengemeinschaft gegründet – ein Mitglied ist die Kurstadt.

Gemeinsam wollen sie ihre Rechte geltend machen.

Praktisch umsetzen wollen sie dieses mit Unterstützung der Hamburger Fachanwältin Dr. Roda Verheyen. Diese wurde bereits von der Stadt Bad Bevensen beauftragt, sie durch das Planfeststellungsverfahren zu begleiten. Übernehmen würde die Expertin den Auftrag für einen Pauschalbetrag von 25 000 Euro pro Planfeststellungsverfahren – ein Angebot, bei dem sich betroffene Einwohner durch die Interessengemeinschaft einklinken können. Für 300 bis 500 Euro – so die Summen, auf die man sich am Montag geeinigt hat – können sie der Gemeinschaft beitreten und ihre Einwendungen ebenfalls von der Anwältin formulieren lassen. „Man wäre mit verhältnismäßig wenig Geld mit drin“, erklärte Feller und betonte, die Notwendigkeit jedes Betroffenen Einwände zu formulieren: „Wer jetzt nicht sagt, dass er betroffen ist, hat am Ende keine Chance, Ansprüche geltend zu machen.“ Jeder Betroffene würde trotz des Pauschalangebots einen Individualvertrag mit der Anwältin abschließen. Feller: „Vertreten werden können alle Betroffenen – dabei ist es unwichtig, ob sie grundsätzlich für oder gegen die A 39 sind.“

Bauamtsleiter Roland Klewwe deutete indes auf das angespannte Verhältnis zwischen der Landesstraßenbaubehörde in Lüneburg und der Kurstadt hin: „Im Moment besteht keine Bereitschaft, weitere Informationen oder Pläne herauszugeben. Fragen können gezielt gestellt werden, Unterlagen bekommen wir aber nicht“, berichtete Klewwe. Bisher habe die Stadt unter anderem für rechtliche Beratungen und die Informationsbeschaffung bereits eine vierstellige Summe investiert – „ohne viel erreicht zu haben“. „Es kommen schnell erhebliche Summen zusammen“, sagte Klewwe und betonte, dass es darum wichtig sei, „die Finanzierung auf breitere Füße zu stellen“.

Bad Bevensen hat sich per Ratsbeschluss dazu verpflichtet, alles gegen die Umsetzung der derzeitigen Trasse zu unternehmen. Der Grund: Insbesondere die Ortsteile Röbbel und Groß Hesebeck würden durch die Streckenvariante stark beeinträchtigt. Zudem wird eine Abschnittsbildung befürchtet, die der Kurstadt ein erhöhtes Verkehrsaufkommen bescheren könnte, für das sie nicht ausgerichtet sei.

Von Wiebke Brütt

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