Nach dem ersten Spatenstich: Gegner und Befürworter lassen nicht locker

Baustart der A 14: Ein Etappensieg

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Sie wollen weiter kämpfen: Die Gegner des Autobahnbaus wollen auch nach dem ersten Spatenstich nicht aufgeben.

Altmark. Für Bernd Zorn war gestern ein ganz besonderer Tag. Für ihn geht mit dem Baustart der A14-Nordverlängerung ein Traum in Erfüllung.

„Sechs Jahre haben wir darauf gewartet, dass es endlich losgeht“, sagt der Unternehmer aus Stendal. „Sechs Jahre haben uns die Gegner aufgehalten“, so der Kopf des Bürgerbündnisses Altmark, das seit langem für die Autobahn kämpft.

Die meisten der rund 300 Gäste, die gestern zum ersten Spatenstich nach Colbitz gekommen waren, denken wie er, was am Applaus deutlich wurde, als in den offiziellen Reden die Autobahn als wichtigstes Infrastrukturprojekt für die Altmark und Sachsen-Anhalt gepriesen wurde. Doch die Autobahngegner stecken nicht auf. Für sie ist der erste, knapp sechs Kilometer lange Bauabschnitt nichts weiter als die Ortsumgehung von Colbitz. Dabei soll es bleiben. „Wir begrüßen die Umfahrung, aber nicht in Autobahnqualität. Ortsumfahrungen in Form von Autobahnen in Heide und Altmark sind völlig überdimensioniert und gehen am tatsächlichen Bedarf vorbei“, meint Dorothea Frederking, Landtagsabgeordnete der Grünen.

„B 189 statt A 14“ war auf einem Plakat der Gegner zu lesen, das am Rande der Veranstaltung zu sehen war. „Die A 14 in ihrem Lauf halten weder BUND, noch die Grünen auf“, hielten die A 14-Verfechter dagegen. Auf der Befürworterseite stehen dem Bürgerbündnis und der Initiative BASTA Pro 14 aus Osterburg, die Landesregierung, die Wirtschaftsverbände sowie Kammern und (natürlich) die Automobilclubs zur Seite. „Jetzt kommt es darauf an, für die weiteren Abschnitte Baurecht zu schaffen. Unternehmen und Bürger in der Altmark brauchen die Autobahn so schnell wie möglich“, macht André Rummel, Geschäftsführer der IHK Salzwedel, Druck.

Für die nächsten beiden Abschnitte der A 14 (Colbitz bis Lüderitz) sind die Planungen zwar weitgehend abgeschlossen. Bisher liegt aber kein Baurecht vor. Für Reinhard Manlik, Vorsitzender des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt ist die A 14-Verlängerung nur der erste Schritt eines notwendigen Gesamtprojekts. „Nur große, zusammenhängende Wirtschaftsräume werden in Zukunft eine Überlebenschance haben, deshalb ist es zwingend erforderlich, dass auch die A 39 von Wolfsburg aus in Richtung Norden weitergeführt und eine Querverbindung zwischen den beiden Autobahnen geschaffen wird“, sagt er. Wann diese so genannte Hosenträgervariante umgesetzt wird, steht weiter in den Sternen.

Umweltschützer haben angedroht, jede A 14-Etappe auf den juristischen Prüfstand zu stellen und dadurch das Projekt weiter zu verzögern. Je länger es dauert, umso teurer wird es. Und die nötige EU-Förderung ist nur bis 2015 garantiert. Das ist allen bewusst. Ebenso, dass die Auseinandersetzung um die A14 wohl weitergehen wird.

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