Ratsmitglieder der Samtgemeinde Aue stimmen mehrheitlich gegen Beförderung von Atommüll

Zeichen gegen Castor-Transport

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Nicht durch die Samtgemeinde Aue: Die Politik erteilte dem Castor-Transport eine klare Absage.

Bad Bodenteich/Wrestedt. Der Samtgemeinderat Aue spricht sich mehrheitlich gegen künftige Transporte hochradioaktiver Abfälle durch das Hoheitsgebiet der Samtgemeinde aus. Auch der Rat der Gemeinde Bad Bodenteich schloss sich dem Antrag einstimmig an.

Während der jüngsten Samtgemeinderatssitzung wurde der Antrag von FDP-Ratsherr Dr. Horst-Michael Hintze kontrovers diskutiert. 18 Ratsmitglieder stimmten am Ende dafür, sechs dagegen und fünf enthielten sich. „Der Castor ist jetzt zwar gerade durch und es ist nicht klar, wann und ob der nächste kommen wird“, sagte Andreas Dobslaw (SPD). Zwar gäbe es jetzt Zeit, drei Jahre durchzuatmen, aber mit der Entscheidung des Samtgemeinderates „wollen wir ein Zeichen setzen, dass wir es hier nicht haben wollen“. In den Reihen der CDU wurde intern vor der Sitzung diskutiert. Das Ergebnis verkündete Heinz-Hermann Schulze: „Jeder soll nach seinem Gewissen entscheiden. Aber irgendwo muss der Atommüll ja hin.“ Über das Thema Atommüll-Transporte hatte sich im Vorfeld auch schon der Kreistag beraten und eine Entscheidung getroffen. In den Augen von Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke wäre es deshalb „doppelt gemoppelt“, wenn nun auch die Samtgemeinde Aue noch darüber abstimmt. Doch der Verwaltungschef gab noch einen weiteren Gedankenanstoß: „Wenn der Atommüll vielleicht doch irgendwann aus Gorleben abtransportiert wird, dann dürfte er nicht durch den Landkreis Uelzen gefahren werden.“ Dem stimmte auch Jürgen Pickny von der Wählergemeinschaft Aue zu: „Vielleicht muss es bald wieder weg, und mit diesem Antrag wehren wir uns dagegen.“

Doch Sozialdemokratin Sylvia Meier unterstrich, worauf es ihr in diesem Antrag in erster Linie ankommt: „Wir zeigen damit, dass wir diese Transporte nicht wollen und können der Art und Weise, wie es abläuft, nicht zustimmen.“ Auch ihr Parteigenosse Dobslaw unterstrich, dass es ja schließlich auch andere Routen und Möglichkeiten für den Transport gebe. „Der Wasserweg ist beispielsweise viel ungefährlicher“, ergänzte dazu Wilfried Nickel (SPD). Außerdem, so der Sozialdemokrat, beziehe sich der Antrag auf Transporte nach Gorleben. Diese Meinung bekräftigte er auch bei der Sitzung des Fleckenrates. Und Dr. Horst-Michael Hintze (FDP), der bei der Sitzung des Samtgemeinderates nicht anwesend war, unterstrich den Antrag der Gruppe: „Mein Antrag hat mit der Katastrophe in Fukushima nichts zu tun, der lag schon viel länger vor. Alle Risikobewertungen beziehen sich nur auf die Atomkraftwerke, nicht aber auf die Transporte.“ Gerade Bad Bodenteich solle als Kurort keine Castortransporte durch das Gemeindegebiet zulassen. „Die Frage der Rücktransporte zeigt die Schizophrenie der friedlichen Atomnutzung“, so der Kommentar des liberalen Ratsherren.

Von Jörn Nolting

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