Samtgemeinderat Aue strebt Erhöhung im August an / Arbeitsgruppe soll neue Sozialstaffel erstellen

Zähes Ringen um Elternbeiträge

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Die Elternbeiträge für die Kinderbetreuung in der Samtgemeinde Aue sollen steigen. Wie hoch, ist aber noch unklar.

Wrestedt/Bad Bodenteich. Die Eltern in der Samtgemeinde Aue zahlen für die Betreuung ihres Nachwuchses im kommenden Kindergartenjahr möglicherweise 121 000 Euro mehr Beiträge als bisher.

Diese Summe ergibt sich aus einer aktuellen Entscheidung des Samtgemeinderates: Dieser strebt an, den Elternanteil an den Gesamtausgaben für die Kinderbetreuung zum 1. August von derzeit etwa 28 auf 33 Prozent zu erhöhen. Statt rund 671 000 Euro pro Jahr müssten die Eltern dann 792 000 Euro zahlen.

Doch spruchreif ist das noch nicht. Stattdessen wird jetzt eine Arbeitsgruppe gebildet, die über verschiedene Varianten zur Erhöhung der Elternbeiträge nach der Sozialstaffel berät. Diesem Gremium sollen Vertreter des Samtgemeinderates und der Verwaltung sowie die Elternratsvorsitzenden der Kindertagesstätten Bad Bodenteich, Wieren und Wrestedt angehören.

Am 21. Mai hatte die Samtgemeindeverwaltung dem Jugend- und Sportausschuss eine neue Sozialstaffel mit sieben statt fünf Einkommensstufen vorgeschlagen. Weil dieses Modell bei Besserverdienern jedoch Mehrbelastungen um bis zu 25 Prozent zur Folge hätte, lehnte der Ausschuss es ab (AZ berichtete). Im Samtgemeinderat präsentierte Verwaltungschef Harald Benecke jetzt drei andere Varianten für eine Anhebung der Elternbeiträge zum 1. August. Allerdings wird bei keinem dieser Modelle die angestrebte Quote von 33 Prozent erreicht.

Eine Variante sieht vor, die Elternbeiträge für alle Einkommensstufen pauschal um fünf Prozent zu erhöhen. Daraus ergäbe sich eine Summe von 734 000 Euro, entsprechend einem Elternanteil von 30,5 Prozent. Beim zweiten Modell würde die Sozialstaffel um zwei Stufen für Besserverdiener – mit entsprechend höheren Beiträgen – erweitert. Damit könnte die Samtgemeinde 712 000 Euro einnehmen, der Elternanteil läge bei 29,6 Prozent. Beim dritten Modell würde die unterste Stufe der Sozialstaffel um zwei Prozent erhöht, die folgenden um drei bis sieben Prozent. Das entspräche Einnahmen von 709 000 Euro bei einem Elternanteil von 29,5 Prozent.

Das Ziel sei, in der Arbeitsgruppe eine Beschlussempfehlung für den Fachausschuss und letztlich den Samtgemeinderat zu erarbeiten, erklärte Benecke. Doch die nun vorgelegten Beitragsmodelle sorgten bei Sylvia Meier (SPD) für Verärgerung. Sie kritisierte, dass ihr Antrag aus dem Jugend- und Sportausschuss, die Sozialstaffel auf neun Stufen zu erweitern, von der Verwaltung nicht aufgegriffen wurde. Beneckes Antwort: Die Verwaltung habe die drei Varianten ganz kurzfristig für den Samtgemeinderat zusammengestellt. In der Arbeitsgruppe werde auch über Meiers Vorschlag ausführlich diskutiert.

Von Bernd Schossadowski

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