Bodenteicher Abgeordnete ziehen an einem Strang für die Entlastung des Orts

Rat will die Umgehungsstraße

Ministatistik in Bad Bodenteich: 15 Minuten hat sich der Fotograf auf die Lauer gelegt, in dieser Zeit rumpelten fünf schwere Lastwagen durch den Ort. Foto: Hasse

    Bad Bodenteich. Der Rat des Fleckens Bad Bodenteich hat sich bei der vergangenen Sitzung für eine Ortsumgehung ausgesprochen. In zum Teil flammenden Reden forderten die Vertreter eine Entlastung für den Ort. Sobald wie möglich soll nun ein Antrag gestellt werden.

    „Für Bad Bodenteich ist es von existenzieller Bedeutung, ob wir eine Umgehungsstraße bekommen oder nicht“, sagte Heinz-Joachim Priebe von der SPD-GFW-Gruppe. Wenn man den Ort Bodenteich konsequent zu einem „Bad“ gestalten wolle, müsse das auch erlebbar werden. Problem dabei sei die Zuständigkeit für die Straße: Sie ist eine Landesstraße, deshalb kann der Ort nicht frei über die Straße verfügen. Planungsbehörde für Veränderungen wäre der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr. Also müssen Anträge gestellt werden – und das mit einer Stimme, fordert Priebe: „Wenn wir sowas wollen, dann müssen wir uns alle dafür einsetzen“, so Priebe, „wir müssen alle überzeugen.“ Wichtig sei aber, dass das schnell geschehe, noch während der Planungsphase von A 39 und B 190 N. Beide Straßenprojekte würden nach bisheriger Planung nahe an Bad Bodenteich entlangführen und sich südlich von Abbendorf kreuzen.

    Priebe ließ sich etwas Emotionalität nicht nehmen: „Vielleicht werde ich eine Umgehung nicht mehr erleben“, sagte er, „aber wir müssen alle an einem Strick ziehen, und vor allem: Wir müssen es jetzt tun!“

    Er erntete Applaus von allen Gruppen und der Verwaltung. Karl-Hans Firsching von der CDU unterstützte einen Antrag ebenso. Schon in den 90er-Jahren habe man über eine Umgehung beraten, das dann mit der Planung der A 39 zunächst ausgesetzt. Ein Entlastung durch die beiden größeren Straßen werde es im Ort Bad Bodenteich nicht genügend geben.     Der Bürgermeister Edgar Staßar bekräftigte die Aussagen von Opposition und CDU. Gerade für den Status „Bad“ sei die Umgehungsstraße erforderlich. Bei der Bürgerfragestunde bemerkte eine Frau außerdem, dass der Boden der Ortschaft – und damit der Untergrund seiner Straßen – wegen seiner niedrigen und weichen Beschaffenheit kaum für Schwerlastverkehr geeignet sei.

    Staßar gab sich zuversichtlich. Der Rat stimmte einem Antrag bei der Planungsbehörde zu und stärkte der Verwaltung so den Rücken. Baldmöglichst soll nun gehandelt werden, damit der Antrag frühzeitig in die Planung der A 39 und B 190 N eingeht. „Wenn das klappt“, sagte der Bürgermeister und richtete sich an Priebe, „dann werden wir das alle noch erleben – auch du.“

Von Kai Hasse

Kommentare