Die Pflege der Grünanlagen in Bad Bodenteich und der umliegenden Ortschaften regt nicht nur viele Anwohner auf

Wildwuchs in Bad Bodenteich

Der Rosengarten am Bad Bodenteicher Burgparkplatz sieht ziemlich verwildert aus. Die Mitarbeiter der Kommune schaffen es nicht, die Grünflächen zu pflegen. Foto: Privat

Bad Bodenteich. Die Pflege der Grünanlagen in Bad Bodenteich und der umliegenden Ortschaften regt nicht nur viele Anwohner auf. „Wir haben eine Vielzahl von Hinweisen bekommen“, sagt Samtgemeindebürgermeister Rainer Kölling. Am Sonnabend schrieb sich auch Heide Humm aus dem Kurort in einem Leserbrief den Ärger von der Seele.

„Aufgrund der personellen Situation und der fehlenden Möglichkeiten von Hilfskräften, können wir nur begrenzt die öffentlichen Grünanlagen pflegen“, schildert Köllig das Dilemma. So wurde beispielsweise der Rosengarten zeitweise mit drei Saisonarbeitskräften gepflegt. Der Vorschlag des Verwaltungschefs als Sofortmaßnahme: „Die Anwohner sollten die Grünstreifen vor der Haustür pflegen und unterhalten.“ Damit ruft er alle Anlieger und Dorfgemeinschaften auf. Die Anwohner der Landesstraße sind allerdings außen vor, weil dort der Landkreis die Pflege übernimmt. „Die Einwohner sollen nicht nur schimpfen, dass nichts gemacht wird, sondern lieber mit anpacken. Es geht ja nur um die Vegetationszeit“, sagt Kölling. Und nicht nur um die: Am Wochenende 12. bis 14. August wird schließlich das Seepark-Fest gefeiert. Rainer Kölling fehlt das Verständnis dafür, dass keine Hilfskräfte mehr eingesetzt werden können. Bisher hat die Kommune 1-Euro-Jobber eingesetzt, früher waren es ABM-Maßnahmen. „Es gehört nicht zu den Pflichtaufgaben der Samtgemeinde“, erklärt Kölling. Und deshalb wurden während der Vegetationszeit eben Hilfskräfte über die Agentur für Arbeit eingestellt. „Aus finanziellen Gründen können wir keine weiteren festen Arbeitskräfte mehr einstellen“, bekräftigt der Bodenteicher Verwaltungschef. Darunter leidet die Sauberkeit.

Jeanette Hoffmann, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit, erklärt den Grund: „Der Bundesrechnungshof hat entschieden, dass es rechtlich nicht mehr geht, 1-Euro-Jobber für regelmäßige Arbeiten einzusetzen.“ Es muss wettbewerbsneutral sein und die Pflege von Grünanlagen erfüllt die Voraussetzungen nicht.

Von Jörn Nolting

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