100 Jahre Sport in Bad Bodenteich: Mit zahlreichen Veranstaltungen begeht der TuS Bodenteich in diesem Jahr sein Jubiläum

Weit weg von der „Fußlümmelei“

Gerd Lütke (links) überreichte die Ehrenplakette des Deutschen Fußballbundes.

Bad Bodenteich. Es waren weitsichtige Menschen, die im Jahre 1911 trotz einer 60-Stunden-Arbeitswoche genügend Muße fanden, um in ihrer knapp bemessenen Freizeit organisierten Sport zu treiben und einen Sportverein zu gründen.

Sport hieß damals Turnen und der Verein dementsprechend Männer-Turnverein Bodenteich, der dann in den Jahren des 2. Weltkrieges in den „Turn-und Sportverein Bodenteich“ umbenannt wurde.

FC St. Pauli in Bad Bodenteich

100 Jahre Sport in Bad Bodenteich. Mit zahlreichen Veranstaltungen begeht der TuS Bodenteich in diesem Jahr sein Jubiläum. Ein Kommers mit vielen Gästen aus Sport, Politik und Wirtschaft gehört natürlich auch dazu. Und die gaben sich am Wochenende im Schützenhaus ein Stelldichein.

In den Jahrzehnten seines Bestehens ist der TuS Bodenteich ein nicht wegzudenkender Bestandteil des örtlichen Alltags mit pulsierendem Leben in allen Sparten geworden, der allen Altersgruppen ein modernes und attraktives Angebot im Breitensport anbietet. TuS-Vorsitzender Frank Juchert stellte die ehrenamtlich Tätigen im Verein als Vorbilder für die Gesellschaft dar, die höchsten Respekt und Anerkennung verdienten. Sport habe eine überragende Funktion und führe die Jugend heran zu Mannschaftsgeist, Disziplin, Toleranz und sei insbesondere im TuS Bodenteich ein leuchtendes Beispiel für Integrationsarbeit

„Der Verein kann mit Stolz auf das Erreichte zurückblicken. Auf eine Vergangenheit mit Höhen und Tiefen, die Begeisterung und Leidenschaft für unseren TuS hat entstehen lassen. Die Errungenschaften der Vergangenheit geben jedem einzelnen Kraft und Motivation, sich zukünftigen Aufgaben zu stellen und diese erfolgreich zu bewältigen. Eine stolze Vergangenheit der eine ebenso stolze Zukunft folgen möge.“

Die Schlussworte des Vorsitzenden nahmen die nachfolgenden Redner gern auf, um sie mit den eigenen Gedanken zu verbinden. Bürgermeister Edgar Staßar erinnerte an die Anfänge des Fußballs, als der noch als „englische Krankheit“ oder als „Fußlümmelei“ bezeichnet wurde, aber auch an die erste Bodenteicher Fußballmannschaft im Jahre 1927 bis hin zur jetzigen breiten und erfolgreichen Kinder- und Jugendarbeit, die zu einem Markenzeichen des TuS mit enormer Bindewirkung geworden sei.

Der Fußball machte den TuS groß. Zu einem Werbeträger des Fleckens, wie es Samtgemeindebürgermeister Rainer Kölling befand und dem er sportlich und beruflich viel zu verdanken habe.

In den 60er Jahren reihte sich eine Meisterschaft an die andere, ein Aufstieg folgte dem anderen, bis man 1972 mit der Landesliga Niedersachsen die damals höchste deutsche Amateurklasse erreicht hatte.

In dieser Zeit fiel auch der größte Vereinserfolg. 1970 holte sich der TuS den niedersächsischen Fußballpokal und stand in der Hauptrunde des DFB-Pokals. Gegen den FC St. Pauli verlor man „nach 60 Minuten guten Mitspielens“ (Kölling) dann doch noch mit 1:8.

Ehrenplaketten für den TuS Bodenteich gab es vom Vorsitzenden des Turnbezirks Lüneburg, Werner Kamjunke, und vom Vorsitzenden des Kreisfußballverbandes, Gerd Lütke.

Von Ulrich Bleuel

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