Landwirte rechnen mit erstem Spargel Anfang April / Temperaturen sind entscheidender Faktor

Weißes Gold wünscht es warm

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Der Spargel steckt in den Startlöchern, urteilt Landwirt Oliver Brink nach einem Blick unter die Folientunnel. Anfang April könne man vermutlich mit dem Stechen beginnen.

Langenbrügge/Wichtenbeck. Der Spargel steckt bereits in den Startlöchern: Während die Saison im vergangenen Jahr erst spät in Gang kam, könnten Freunde des „weißen Goldes“ 2014 bereits in der ersten Aprilwoche auf ihre Kosten kommen.

Das zumindest prognostiziert Landwirt Oliver Brink aus Langenbrügge. Gut geschützt unter langen weißen Folientunneln ruht das edle Gemüse auf den Feldern des Spargelhof-Besitzers. Noch muss er erst 20 Zentimeter in der lockeren Erde graben, bis der kleine, zarte Spargelstengel zum Vorschein kommt. „Wenn die Sonne wieder kommt, könnte der in der ersten Aprilwoche kommen“, schätzt Brink, was dem Laien angesichts des zierlichen Triebs unmöglich scheint.

Der entscheidende Faktor: das Wetter. „Bevor der Spargel erwacht, muss er eine bestimmte Wärme haben, damit er anfängt zu wachsen“, erklärt Brink. Unter den Folientunneln wird die Temperatur wie im Gewächshaus durch die Sonneneinstrahlung erhöht, 12 Grad Bodentemperatur braucht der „König der Gemüse“, erklärt der Experte und ein Blick aufs Thermometer verrät: die bekommt er auch.

Klein, aber stark: der Spargel muss noch einige Zentimeter wachsen, bis er gestochen werden kann.

Aber damit ist es noch nicht getan. Auch feucht möchte es der Spargel haben, wie Kreislandwirt Thorsten Riggert weiß. Und da liegt der Hase im Pfeffer: „Es fehlt richtig massig Regen – auch für den Spargel“, bedauert Brink. „Da sind wir mal gespannt, ob das Auswirkungen hat auf die Qualität.“ Denn, so erklärt Landwirt Hinrich Niemann aus Wichtenbeck, „wenn es ganz trocken ist, neigt der Spargel wohl zum hohl werden.“ Trotzdem: Niemann erwartet eine gute Saison, die, wie er sagt, aber durchaus noch früher hätte beginnen können. „Eigentlich – für das warme Wetter – ist der Spargel noch nicht so weit, wie wir dachten.“ Einen „Kältereiz“ in den Wintermonaten hätte es wohl gebraucht, um das Wachstum der Triebe im Frühjahr noch einmal zu beschleunigen. Niemann kann sich vorstellen, dass der erste Spargel in der 15. Kalenderwoche gestochen wird, „Ostern ist dieses Jahr spargelsicher.“

„Bis Johanni nicht vergessen, sieben Wochen Spargel essen“, sagt der Volksmund. Die Berechnung stimmt allerdings nicht ganz: „Je früher der Spargel kommt, desto mehr zieht man die Saison auseinander“, meint Brink. Und Niemann erklärt, wie das funktioniert: Er baue mehrere Sorten an – solche, die früher und auf Äckern in günstiger Lage wachsen und späte Sorten. Denn die einzelne Pflanze habe nur eine bestimmte Kraft zur Verfügung.

Ab wann der Spargel tatsächlich von den Kunden gefragt ist? Auf jeden Fall ab Mitte April, weiß Oliver Brink aus Erfahrung. Der Kunde brauche erst das richtige „Feeling“ für die saisonale Kost. „Zu früh will ich den Spargel gar nicht haben.“

Von Anna Petersen

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