Ratsherr wirft CDU „Unbelehrbarkeit“ beim Schützenhaus vor

„Was wollen wir damit?“

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Das Schützenhaus in Bad Bodenteich

Bad Bodenteich. Über einen „polemischen Seitenhieb“ der CDU ärgert sich derzeit Heinz Priebe, Mitglied der Oppositionsgruppe aus SPD und GFW im Fleckenrat Bad Bodenteich.

Denn in einer Resolution für den Erhalt des Schützenhauses hatten sich die größten Vereine des Ortes zusammengeschlossen, CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Schulz hatte zugleich der Opposition vorgeworfen, eine „populistische Diskussion“ angefacht zu haben. Priebe hat sich mit seinen Oppostionskollegen kurzgeschlossen und eine Antwort verfasst.

Von Populismus könne keine Rede sein, so heißt es da: Denn die von der Opposition angefachte Diskussion betreffe zunächst die Sicherheit des Schützenhauses. Heinz Priebe ärgere sich zwar selbst oft über ein überspanntes Sicherheitsbedürfnis unserer Gesellschaft, wie er sagt, „es ist aber ein erheblicher Unterschied, ob es um ein Gebäude geht, in dem sich wenige Menschen aufhalten, oder um das größte Versammlungshaus im Kreis Uelzen“.

So bildeten im Schützenhaus nicht nur eklatante Mängel im Hinblick auf Brandgefahr eine latente Gefährdung. Es sei überdies fraglich, so Priebe, ob eine stellenweise sich ständig wiederholende Durchfeuchtung der Dachkonstruktion nicht zu plötzlichem Versagen führen könne. „Es kann eigentlich nur Unbelehrbarkeit sein, solche Aussagen als ,nicht nachvollziehbar’ zu bezeichnen“, meint der Ratsherr.

Entscheidend für den weiteren Bestand des Hauses sei letztendlich der finanzielle Erhaltungsaufwand: „Selbst wenn sich die vom Architekten genannten Sanierungskosten auf die Hälfte senken ließen, „stünden immer noch die Folgekosten im Raum“. Damit meint Priebe die Kostenschätzung des Architekten Manfred Manke, die die Sanierung des Schützenhauses auf etwa 1,1 Millionen Euro Kosten bezifferte. Schützengilde sowie Anmerkungen von CDU und Hinweise in der Resolution von CDU und Vereinen hatten nahegelegt, dass sich Einiges mit Eigenleistungen machen ließe, Außerdem wird offen gesagt, dass die Kostenschätzung von Manke überhöht sein könnte.

Aber selbst dann, so Priebe, bliebe die „zu befürchtende Entwicklung“: Er meint das jährliche Defizit des Schützenhauses an, das jetzt im Rahmen von etwa 20 000 bis 30 000 Euro jährlich liege. Die Kommune sei aber durch den Zukunftsvertrag daran gebunden zu sparen – und das „nicht nur als leichthin versprochene, sondern als vertragliche Gegenleistung für den Geldsegen durch die Fusion!“

„Kein Mensch in Bad Bodenteich will das Schützenhaus abbrechen“, sagt Priebe auf Nachfrage, „aber bei aller Nostalgie: Was wollen wir damit?“

Im vergangenen Juli hatte sich die CDU wiederholt für den Erhalt ausgesprochen und die Vereine darauf eingeschworen. Die Schützengilde als Hauptnutzer gab sich zuversichtlich, einen Teil zum Erhalt des Hauses beitragen zu können.

Die Parteien stehen sich unversöhnlich gegenüber: Die CDU fordert den Erhalt des Hauses mit Einsatz großer Eigenleistung, hat allerdings bisher keine konkreten Lösungsansätze präsentiert. Die SPD fordert hingegen die Stillegung oder sogar den Abriss des maroden Schützenhauses. Ihre Argument bleiben die mangelnde Sicherheit und die hohen Kosten des Gebäudes.

Von Kai Hasse

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