Bad Bodenteicher BGS-Gelände: BiMA und Gemeinde suchen Nachnutzer

„Vorzeige-Liegenschaft“

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Blick in das Kaminzimmer: BiMA-Chef Dr. Jürgen Gheb (3. von links) besichtigte gestern unter Führung von Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar (4. von links) das ehemalige BGS-Gelände.

Bad Bodenteich. Lautes Hundegebell gestern Morgen am Tor des ehemaligen BGS-Geländes in Bad Bodenteich. Das kann nur eins bedeuten: ungewöhnliche Besuch. Und so war es dann auch. Dr.

Jürgen Gehb, der Sprecher des Vorstandes der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMa), wollte sich auf Wunsch von Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar ein Bild vor Ort machen, denn immerhin verwaltet die BiMA das Gelände. Der Besuch von Gehb wurde vom CDU-Bundestagsbegordneten Henning Otte und seinem CDU-Landtagskollegen Jörg Hillmer eingefädelt. Beide waren gestern ebenfalls mit dabei, als der BiMA-Chef gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Norbert Apelt sowie Bad Bodenteichs stellvertretendem Bürgermeister Werner Schulz und Gemeindedirektor Frank Juchert das Gelände und die Gebäude inspizierte. . Die Nachnutzung des Bundespolizeigeländes in Bad Bodenteich stand im Mittelpunkt des anschließenden Gesprächs.

1998 zog die Bundespolizei, damals noch Bundesgrenzschutz, aus dem Flecken ab. „Für uns war es damals ein Schlag ins Gesicht“, sagte Edgar Staßar, der selbst noch als Bundespolizist dort stationiert war. Trotz Zusagen des Bundes bekam Walsrode den Zuschlag anstatt Bad Bodenteich. Seit 14 Jahre liegt das Arreal nun brach. „Wir haben den Weggang der Bundespolizei bis heute nicht verkraftet“, sagte der Bürgermeister, „aber wir wollen jetzt nicht nachkarten.“ Stattdessen hat Staßar eine Vision: „Wir wollen die Liegenschaft mit Leben erfüllen und Arbeitsplätze schaffen.“ Und die ehemalige BGS-Kaserne soll nicht nur einmal pro Jahr wähend des Castor-Transportes für sechs Wochen mit Leben erfüllt werden. „Wir blicken in Richtung Tourismus“, betont Staßar. Zwei mögliche Interessenten hätten sich bei ihm gemeldet.

„Sie teilen das Schicksal mit vielen Kommunen, in denen die Bundeswehr und die Bundespolizei abrücken“, ließ Gehb die Gesprächsteilnehmer wissen. Viele ehemalige Einrichtungen sollen in die zivile Nachnutzung. „Sie haben Glück, dass hier noch nicht die Eulen nisten und Müll abgeladen wird“, sagte der BiMA-Chef mit Blick auf andere Standorte. Außerem lobte er die Zwischenlösung mit dem Land Niedersachsen. „Wir können die Grundstücke nicht verschleudern oder Investoren zuschieben“, betonte Gehb. Doch unterstrich er auch, dass jetzt nicht die Hände in den Schoß gelegt werden dürfen, „nicht, dass das Hundegebell durch Eulen ersetzt wird“. Gehb nannte das Gelände eine „Vorzeige-Liegenschaft“ und versprach, dass das Interessenbekundungsverfahren „peppig aufbereitet“ werden soll. „Das ist unsere Aufgabe.“

Henning Otte sieht sehr gute Chancen für die Vermarktung des Geldändes. Jörg Hillmer hofft, dass es für das Arreal eine „sinnvolle Verwendung in Verbindung mit Arbeitsplätzen geben wird. „Das Interessenbekundungsverfahren beginnt im März oder April“, versprach Norbert Apelt. Dann wird ein Exposée aufgelegt und mögliche Interessenten können sich melden. „Es sollte möglichst en Block verkauft werden, aber zur Not muss es eben auch parzelliert wird“, sagt Gehb. Apelt rechnet damit, dass das Verfahren vier bis fünf Monate dauern werde. Im Dezember soll möglichst Klarheit herrschen, damit die Kündigung mit dem Land ausgesprochen werden könnte. 2014 wäre der früstmögliche Termin für eine denkbare Nachnutzung.

Von Jörn Nolting

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