Vorzeichen der Schulreform

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In der ehemaligen Orientierungsstufe in Bad Bodenteich befindet sich inzwischen die Realschule. Doch nun sollen Haupt- und Realschulen zu einer neuen Schule zusammengelegt werden, die sich dann Oberschule nennt.

Bad Bodenteich - Von Ulrich Bleuel. 2004 kam das Ende der Orientierungsstufe. In Bad Bodenteich gedachte man damals mit einer Riesenfete und mehr als 300 Personen diesem Schulmodell, das noch nicht ganz „untergegangen“ ist. Ein Freundeskreis trifft sich regelmäßig alle drei Monate zu einem Gedankenaustausch. „Sonntags um elf nach der Kirche“, stellte Joachim Kelch das ehemalige Lehrerkollegium aus jenen Zeiten einem Gast vor.

Dieser Gast der Runde war Ivonne Großmann-Daniel aus dem Flecken und schulpolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion. Der Freundeskreis zeigte damit, dass nicht nur über die alten Zeiten geschwafelt wird und Klassenfahrten nach Amrum wiederholt werden, sondern dass man sich auch für die aktuelle Schulpolitik interessiert, denn aus Hannover brachte Großmann-Daniel die neuesten Informationen aus dem Kultusministerium mit.

Niedersachsen steht in einem halben Jahr vor einer erneuten Schulreform. Einer gezwungenen, wie es die Landesregierung sieht. Die Haupt- und Realschulen sollen zu einer neuen Schule zusammengelegt werden, die sich dann Oberschule nennt. Einzig die Gymnasien genießen Bestandsschutz.

Die Oberschule wird nicht mit dem Ziel der Verbesserung der Schulleistung eingeführt, sondern ist eine Reaktion auf die kontinuierlich sinkenden Schülerzahlen, dem Sterben der Hauptschulen und dem Willen der Eltern nach einer wohnortnahen Beschulung.

Ab der 5. Klasse kann es eine neue Oberschule mit zwei Angebotsprofilen geben, zum einem ohne und zum anderen mit einem gymnasialen Angebot. Bis zur 8. Klasse gäbe es einen gemeinsamen Unterricht, in den Klassen 9 und 10 spezifizierten Unterricht.

Umsetzbar ist dieses Modell bereits mit dem kommenden Schuljahr 2011/2012. „Das Gesetz ist allerdings noch nicht verabschiedet“, stellte Großmann-Daniel fest. Damit rechne sie erst im März oder April des Jahres. Nichtsdestotrotz hätten einige Kommunen bereits diese neue Schule beantragt. Die Schulträger sind berechtigt, aber nicht verpflichtet, eine Umwandlung vorzunehmen. „Noch steht das pädagogische Konzept nicht, noch ist nicht abgeklärt, ob die Oberschule als Ganztagsschule geführt werden soll, wie viele soziale Mitarbeiter benötigt werden.“ Für die Einrichtung einer Oberschule bedürfe es natürlich entsprechender Schülerzahlen.

Diese werden für den Kreis Uelzen derzeit ermittelt, ließ die SPD-Politikerin wissen. Zahlen, die für zehn aufeinanderfolgende Jahre Bestand haben müssen.

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