Noch immer kein Käufer für Bahnhof, Schützenhaus und Rathaus in Sicht / Sanierungsstau in Schule

Vier Bodenteicher Sorgenkinder

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Sorgenkinder in Bad Bodenteich: Der Bahnhof, das ehemalige Schützenhaus und das alte Rathaus (von links) stehen zum Verkauf, doch noch immer will niemand diese Immobilien erwerben. Sicher ist dagegen der Erhalt der örtlichen Grundschule (rechts). Sie muss aber umfassend saniert oder neugebaut werden.

Bad Bodenteich. Sie sind aus dem Ortsbild von Bad Bodenteich nicht mehr wegzudenken – und trotzdem aus verschiedenen Gründen zu Sorgenkindern geworden. Die Rede ist vom Bahnhof, dem alten Rathaus, dem ehemaligen Schützenhaus und der Grundschule.

Aufgrund der schlechten Haushaltslage fällt es der Samtgemeinde Aue beziehungsweise dem Flecken Bad Bodenteich immer schwerer, diese Gebäude in Schuss zu halten. Mit Ausnahme der Schule wünscht sich die Verwaltung sogar einen Verkauf. Dagegen ist im Nachbarort ein Problem inzwischen gelöst: Die Samtgemeinde hat die seit August 2015 leerstehende Grundschule Lüder an den Paritätischen verkauft. Dieser will dort eine Tagespflege einrichten (AZ berichtete).

Das ist der aktuelle Sachstand zu den vier Immobilien:

• Bahnhof: Der Restwert des Gebäudes, das der Flecken einst von der Deutschen Bahn erworben hat, beträgt null Euro. Trotzdem steht ein Verkauf in den Sternen. „Laut Vertrag mit der Bahn muss das Stellwerk dauerhaft in dem Objekt erhalten bleiben“, erklärt Gemeindedirektor Alexander Kahlert. Das schreckt potenzielle Käufer ab, die den Bahnhof umnutzen möchten.

• Schützenhaus: Auch wenn das ehemalige Schützenhaus vor einigen Jahren in Haus des Gastes umbenannt wurde, sind die Probleme geblieben. Das Gebäude muss dringend baulich saniert und von Schimmelpilzen befreit werden. Ein Verkehrswertgutachten gibt es nicht, dafür kursiert eine neue Zahl: Es wird empfohlen, das Haus zu einem Einstiegspreis von 1000 Euro zu versteigern. Die Bodenteicher Politik hat Kahlert jetzt beauftragt, das Schützenhaus – jedoch ohne den angrenzenden Schießstand – über einen örtlichen Makler zum Verkauf anzubieten.

• Altes Rathaus: Das Ende 2014 aufgegebene Rathaus von Bad Bodenteich ist laut Gutachten noch 95 000 Euro wert, ein Käufer hat sich aber noch immer nicht gefunden. Denn der Sanierungsbedarf des 1906 erbauten Hauses ist hoch, das Grundstück klein, für eine gewerbliche Nutzung fehlen Parkplätze. Seit 2015 darf die örtliche Flüchtlingshilfe das Gebäude nutzen. Sie gibt dort Deutschunterricht für Migranten und hat eine Kleiderkammer eingerichtet. Ein langfristiger Erhalt der Immobilie ist laut Kahlert fraglich. „Im Zuge eines möglichen Neubaus der benachbarten Grundschule könnte das alte Rathaus abgerissen werden, um für einen Nachfolgebau ein größeres Grundstück zu schaffen“, meint Kahlert.

• Grundschule: Das aus den frühen 1950er-Jahren stammende Gebäude soll entweder grundlegend saniert oder für geschätzte 5,3 Millionen Euro neugebaut werden. Damit steht fest: Im Gegensatz zu den anderen drei Immobilien wird der Erhalt der Schule nicht in Frage gestellt. Trotzdem bleibt das Problem, dass dort Leuchten, Fenster, Fußböden, Heizung, elektrische Leitungen und die Wärmedämmung dringend modernisiert werden müssen. Einen Beschluss über Sanierung oder Neubau wird die Politik treffen, sobald feststeht, ob dafür Fördergelder gewährt werden. Bis dahin heißt es: abwarten.

Von Bernd Schossadowski

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