SPD-Bürgermeisterkandidat Wilfried Nickel stellt in Postwurfsendungen Entscheidungen in Frage

Verwaltung wehrt sich gegen Flyer

SPD-Ratsherr Wilfried Nickel behauptet, dass die Kosten für die Baugrunduntersuchung für den Bau des Netto-Marktes nicht deutlich gemacht wurden. Foto: Ph. Schulze

Bad Bodenteich. Der Wahlkampf ist in vollem Gang und auch in Bad Bodenteich versuchen sich Politiker Gehör zu verschaffen.

Wilfried Nickel, SPD-Bürgermeisterkandidat für den Flecken Bad Bodenteich, beispielsweise griff gleich zwei Themen auf – das Radwegekonzept und den geplanten Netto-Markt. Mit Hilfe einer Postwurfsendung machte er seinen Standpunkt deutlich, allerdings sehr zum Ärger der Verwaltung.

So schreibt Nickel in Bezug auf den geplanten Netto-Markt über eine Baugrunduntersuchung, von der Gemeindedirektor Rainer Kölling nur beiläufig geredet haben soll. Durch ein Torfbett kommen auf den Investor zusätzliche Kosten in Höhe von 100 000 Euro zu. Die Gemeinde hat keinen Anteil an den Kosten. In Nickels Kritik steht auch das Radwegekonzept des Fleckens. Mal wieder. Nickel beklagt in seinem Flugblatt, dass der Rat nicht rechtzeitig über das Ergebnis des Sicherheitsaudits – eine Untersuchung der Verkehrssicherheit – informiert wurde und dass Termine trotz Ankündigung verschoben worden sind. „Die SPD hätte mit diesem unsinnig investierten Geld lieber den Radweg von Bad Bodenteich nach Schafwedel begonnen“, so seine abschließenden Worte. Gemeindedirektor Rainer Kölling wehrt sich auf AZ-Nachfrage gegen die Vorwürfe von Nickel. So sei die Baugrunduntersuchung vom Investor in Auftrag gegeben worden. Diese Tatsache hat Kölling dem Verwaltungsausschuss weitergegeben und anschließend stand sie für alle Ratsherren im Rats- und Informationssystem bereit.

Und beim Radwegekonzept hat sich Kölling beim Landrat versichert, dass der Landkreis keine Veranlassung für kommunalaufsichtliche Maßnahmen sieht. Und die Verzögerung des Baubeginns ist ganz einfach zu erklären: Das beauftragte Unternehmen hat derzeit noch mit der Sanierungsmaßnahme in Kirchweyhe zu tun und deshalb den Baubeginn verschoben. „Von einem unfassbaren Durcheinander, wie Herr Nickel es sieht, kann keine Rede sein“, so Rainer Kölling. Besonders ärgert den Gemeindedirektor das Demokratieverständnis von Wilfried Nickel. Ergebnisse mehrheitlicher Entscheidungen des Rates trage er trotzdem bei der Kommunalaufsicht oder dem Verwaltungsgericht vor, ohne vorher Rücksprache mit dem Gemeinderat zu halten.

Von Jörn Nolting

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