Schießstand gerettet: Jedes Jahr 16.000 Euro Fixkosten

Vermarktung des Bodenteicher Schützenhauses lässt weiter auf sich warten

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Thomas Schlechter, Vorstandsmitglied der Schützengilde Bodenteich, hofft, dass der Schießstand neben dem ehemaligen Schützenhaus erhalten bleibt und nicht verkauft wird. Dafür sprach sich jetzt auch der Rat des Fleckens aus.

Bad Bodenteich. Selten war sich der Bad Bodenteicher Rat während der laufenden Wahlperiode so einig: Der Schießstand der Schützengilde, der sich neben dem ehemaligen Schützenhaus befindet, muss erhalten bleiben und soll daher aus dem Verkaufsangebot der Immobilie herausgenommen werden.

Einstimmig folgte der Rat damit einem Antrag der SPD/GFW-Gruppe.

Der Schießstand sei ein Alleinstellungsmerkmal für Bad Bodenteich, erklärte Gruppensprecher Dr. Horst-Michael Hintze. Außerdem sei die Anlage – im Gegensatz zum benachbarten Schützenhaus – nicht vom Schimmelpilz befallen. Auch in touristischer Hinsicht hält Hintze den Erhalt für dringend notwendig. „Man könnte Busreisegruppen die Nutzung des Schießstandes anbieten“, schlug er vor. Einen Neubau der Anlage an anderer Stelle könne der Flecken aufgrund seiner Haushaltslage indes nicht bezahlen.

Bei der CDU-Mehrheitsfraktion stieß der Antrag auf breite Unterstützung. „Wir sind froh, dass Sie sich endlich entschlossen haben, den Schießstand zu erhalten“, sagte Fraktionssprecher Jörg Formella an die Adresse von Hintze. Denn die Minderheitsgruppe habe mehrfach den Abriss oder Verkauf des Schützenhauses samt Schießstand beantragt. Das wiesen SPD und GFW zurück. Der Schießstand habe stets ausgeklammert werden sollen, betonte Hintze.

Allerdings habe die Verwaltung noch gar nicht festgelegt, welche Flächen des Schützenhauses überhaupt versteigert werden sollen, sagte Gemeindedirektor Alexander Kahlert. „Für mich war immer klar, dass der Schießstand nicht zur Disposition steht.“

Unterdessen ist Kahlert bei der überregionalen Vermarktung des einstigen Schützenhauses, das inzwischen Haus des Gastes heißt, kaum weitergekommen. Im vergangenen August habe es einen Ortstermin mit einem Architekturbüro in dem sanierungsbedürftigen und seit Anfang 2013 geschlossenen Gebäude gegeben, berichtete der Gemeindedirektor.“ Dabei sei der Restwert des Objekts ermittelt worden, den Kahlert aber nicht öffentlich nennen will. Nur so viel: Es sei eine „nicht so hohe Summe“.

Geplant ist, dass die Deutsche Grundstücksauktionen AG mit Sitz in Berlin das Gebäude bundesweit zum Kauf anbietet. Doch dafür müsse der Flecken noch Auflagen des niedersächsischen Innenministeriums erfüllen, sagte Kahlert. In diesem Zusammenhang mahnte SPD-Ratsvertreter Jörg Bohnecke zur Eile. „Ich will vermeiden, dass hier weiter Zeit ins Land geht, und es passiert nichts“, sagte er.

Denn jeder Tag, der ohne Lösung des Problems verstreicht, kostet den Flecken Geld. Die Beheizung der Wohnung im Schützenhaus und buchhalterische Abschreibungen schlagen finanziell zu Buche, gab Kahlert zu bedenken. „Der Aufwand für das Schützenhaus beträgt etwa 16.000 Euro pro Jahr.“

Von Bernd Schossadowski

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