Delegation aus dem lettischen Ludza verunglückt auf Weg nach Bodenteich / Mehrere Verletzte

Unfall überschattet Partnerschaft

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Bei ihrem Treffen im November 2012 feierten die Partner aus Bad Bodenteich und Ludza noch unbeschwert. Doch kurz vor dem am vorigen Wochenende geplanten Wiedersehen im Kurort wurde die lettische Reisegruppe in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt.

Bad Bodenteich/Ludza. Es sollte ein fröhliches Treffen des Freundeskreises Ludza mit seinen lettischen Gästen im Rittersaal der Bodenteicher Burg werden. Stattdessen endete der geplante Besuch der Delegation aus dem Baltikum dramatisch.

Am frühen Freitagmorgen – dem Tag der geplanten Ankunft – verunglückte der mit 14 Personen besetzte Kleinbus aus der Partnergemeinde in der Nähe von Warschau. Mehrere Insassen wurden dabei zum Teil schwer verletzt. In Lebensgefahr schwebt aber niemand.

Rolf Simon, Vorsitzender des Freundeskreises Ludza.

Die Unfallnachricht traf um 4.45 Uhr morgens bei Rolf Simon, dem Vorsitzenden des Freundeskreises Ludza, ein. „Als mein Handy klingelte, habe ich schon geahnt, dass etwas Schlimmes passiert ist“, sagt er gestern im AZ-Gespräch. Die Partnerschaftsbeauftragte aus Ludza teilte ihm telefonisch mit, dass der Kleinbus auf regennasser Straße ohne Fremdbeteiligung in einem Kreisel von der Fahrbahn abgekommen sei. „Das Fahrzeug ist mehrere Meter über einen Abhang geflogen und danach gegen einige Bäume geprallt“, schildert Simon den schlimmen Unfall.

Besonders schwer seien eine Insassin und ihre beiden Kinder in Mitleidenschaft gezogen worden. Sie hätten sich Schnittwunden und Prellungen zugezogen, der Sohn auch Verletzungen an Hals- und Rückenwirbeln. „Die Drei haben ganz hinten gesessen und sind wie Pfeile nach vorne durch den Bus geschossen“, berichtet Simon. Vier weitere Frauen hätten leichte Blessuren erlitten.

Alle Verletzten kamen zur Behandlung in ein polnisches Krankenhaus, haben dieses inzwischen aber wieder verlassen. Der Kleinbus wurde vollkommen zerstört. Mit einem anderen Gefährt, das kurzfristig aus Ludza angefordert wurde, konnte die Reisegruppe am Sonnabend wieder in ihre Heimat zurückkehren.

Eigentlich hatte die lettische Delegation im Rittersaal das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft mit Bad Bodenteich feiern wollen. „Wir waren alle sehr traurig und bedrückt, dass das Treffen ausfallen musste“, sagt Simon. Geplant waren ein Mittagessen, ein Musikprogramm, Klönen, Ehrungen und die Unterzeichnung der Partnerschafts- und Freundschaftsurkunden. Diese hat Aues Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke bereits unterschrieben.

Trotzdem werden die Letten nicht lange auf diese Dokumente verzichten müssen, denn Simon bricht morgen Abend in einem Fernreisebus ins etwa 1600 Kilometer entfernte Ludza auf. In seinem Gepäck wird er die Urkunden haben, die dann auch von den lettischen Freunden unterschrieben werden können. Außerdem bringt er den Verletzten im Namen des Freundeskreises ein Genesungsschreiben und ein Geldgeschenk mit. Die Partnerschaft werde unter dem Unfall nicht leiden, ist Simon überzeugt: „Unsere Verbundenheit wird dadurch nur noch gestärkt.“

Von Bernd Schossadowski

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