Afghanische Familie aus Bad Bodenteich findet ihren seit April vermissten Sohn wieder

DRK Uelzen spürt verloren geglaubtes Flüchtlingskind in der Schweiz auf

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Mohammed Ibrahim Rabani, hier mit seiner Familie, zeigt ein Smartphone-Foto seines zehnjährigen Sohnes Mahdi. Der seit April vermisste Junge wurde vom DRK-Helfer Rani Hijazi in der Schweiz aufgespürt und kehrt nun bald zu seiner Familie zurück.

Bad Bodenteich. „Das ist ein Weihnachtswunder. Ich habe jemanden gefunden, der für tot gehalten wurde.“ Wenn Rani Hijazi, Flüchtlingsbetreuer des DRK Uelzen, über das Schicksal des zehnjährigen afghanischen Flüchtlingskindes Mahdi Rabani spricht, muss er ungläubig den Kopf schütteln.

Der Junge war im April – auf der Flucht von der türkischen Küste nach Griechenland – irrtümlich in ein falsches Boot gestiegen und wurde von seiner Familie getrennt. Seitdem galt Mahdi als vermisst. Seine Eltern befürchteten, dass der Zehnjährige ertrunken ist, weil sein Boot kenterte.

Rani Hijazi

Doch Flüchtlingsbetreuer Hijazi ist es jetzt durch intensive Behörden-Recherchen gelungen, den Jungen in der Schweiz ausfindig zu machen. Mahdi wurde damals aus dem Meer gerettet und lebt inzwischen bei einer anderen afghanischen Familie in der Nähe von Bern. In vier bis fünf Wochen kann er zu seinen Eltern, Geschwistern und Tanten, die mittlerweile in Bad Bodenteich wohnen, zurückkehren.

„Als ich ihn endlich aufgespürt hatte, kamen mir die Tränen“, sagt Hijazi. Auch Mahdis Vater Mohammed Ibrahim Rabani und Mutter Shokrieh Esmaili sind überglücklich. Die Familie ist aus Afghanistan geflüchtet, weil sie von den Taliban terrorisiert wurde. Der Vater sollte seine 15 und 16 Jahre alten Töchter mit einem älteren Mann und dessen Sohn zwangsverheiraten. Als Rabani sich weigerte, drohte der Fremde, ihn und seine Familie zu töten. „Ich konnte dort nicht mehr leben“, schildert Rabani.

Von Bernd Schossadowski

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