Mahdis neues Leben beginnt

Totgeglaubter afghanischer Flüchtlingsjunge feiert Wiedersehen mit seiner Familie

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Glückliche Familienzusammenführung: Der afghanische Flüchtlingsjunge Mahdi Rabani (2. von links) wurde heute von seinen Eltern und dem jüngsten Bruder Yussef am Flughafen Hannover in die Arme genommen. Der Zehnjährige zieht nun zu seiner Familie nach Bad Bodenteich.

Bad Bodenteich/Hannover. „Dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Es ist, als ob mein Sohn neugeboren wäre.“ Mohammed Ibrahim Rabani kann seine Freude und sein Glück nicht fassen.

Elf Monate hat er seinen geliebten Sohn Mahdi nicht mehr gesehen, ihn nach einem Bootsunglück auf der Flucht von der Türkei nach Griechenland sogar lange für tot gehalten. Doch heute konnte die afghanische Flüchtlingsfamilie, die seit Dezember in Bad Bodenteich lebt, den Zehnjährigen endlich wieder in ihre Arme schließen. Dabei kullerten so manche Tränen.

Exakt um 8.51 Uhr landete heute Mahdis Flieger aus Zürich auf dem Flughafen Hannover. Die vergangenen sieben Monate hat der Junge in einem Flüchtlingscamp in der Schweiz gelebt, denn er war im April 2015 bei der Flucht über die Ägäis in ein falsches Boot gestiegen. Dabei wurde er von seiner Familie getrennt – das Drama begann.

Seine Eltern und seine vier Geschwister kamen sicher auf der Insel Lesbos an. Doch dann machte die Nachricht die Runde, dass Mahdis Boot gesunken und der Junge offenbar ertrunken war. Tatsächlich wurde der Junge aber von der Küstenwache aus dem Wasser gerettet. Er schloss sich daraufhin einer anderen afghanischen Familie an, die ihn in die Schweiz mitnahm. Rani Hijazi, Flüchtlingsbetreuer des DRK Uelzen, machte ihn schließlich in der Nähe von Bern ausfindig und organisierte – nach scheinbar endlosen Gesprächen mit den Behörden – nun Mahdis Ausreise nach Deutschland.

So lief die Familienzusammenführung

Dem Wiedersehen hat er lange entgegengefiebert. „Die ganze letzte Nacht habe nicht geschlafen, weil ich so aufgeregt war“, erzählt Mahdi. „Ich wollte einfach nur zu meinen Eltern und meinen Geschwistern.“ In Bad Bodenteich wird er in die Wohnung seiner Familie einziehen. „Ich freue mich darauf, dort zur Schule zu gehen, neue Freunde zu finden und meinen Traum, Fußballstar zu werden, weiterzuverfolgen.“ Er sei großer Fan des FC Barcelona, verrät Mahdi der AZ. Dass Rani Hijazi ihn in der Schweiz gefunden und die Rückkehr zu seiner Familie ermöglicht hat, sei ein Wunder. „Es ist so, als hätte man mir die Welt geschenkt“, beschreibt Mahdi.

Auch seine Mutter ist vom Wiedersehen überwältigt. „Wir wissen gar nicht, wie wir uns bei allen bedanken können“, sagt sie. Dann nimmt sie ihren Sohn wie so oft an diesem Morgen in den Arm und gibt ihm einen Kuss.

Glück einer Flüchtlingsfamilie: Eltern sehen ihren totgeglaubten Jungen wieder

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