Trägerverein des Stadenser Sommerbads gibt Flüchtlingen Verhaltenstipps / Kostenlose Schwimmkurse

Tipps für Flüchtlinge: Integration am Beckenrand

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Unbeschwerter Badespaß im Stadenser Sommerbad, das ist der Wunsch des Betreibervereins ISO. Dieser hat den Flüchtlingen aus der örtlichen Unterkunft jetzt Verhaltens- und Sicherheitstipps fürs Baden vermittelt. Die Resonanz war positiv.

Stadensen/Wieren/Bad Bodenteich. Die Temperatur steigt, die Sonne scheint, in den drei Freibädern in der Samtgemeinde Aue herrscht reger Betrieb.

Vor allem in Stadensen besuchen zahlreiche Flüchtlinge aus der örtlichen Asylunterkunft das Sommerbad – sehr zur Freude des Trägervereins ISO. Doch viele Flüchtlinge können nicht schwimmen, zudem sind ihnen die hiesigen Verhaltensregeln beim Baden unbekannt. Deshalb hat die ISO die neuen Mitbürger, die allesamt männlich sind, jetzt zu einem Aufklärungsgespräch eingeladen.

„In unserem Sommerbad ist es zu keinerlei Übergriffen oder anderen Auffälligkeiten gekommen“, betont Susanne Leske, Schriftführerin des Trägervereins. „Wir wollten aber vorbeugend dazu beitragen, dass die Flüchtlinge bei uns sicher und unbeschwert baden können.“ Mit Hilfe eines Dolmetschers bekamen 15 bis 20 junge Männer aus Syrien, Irak, Afghanistan, Somalia und anderen Ländern Tipps für den Besuch des Freibades.

„Wir haben ihnen zum Beispiel erklärt, dass sie nicht ins Schwimmerbecken gehen sollen, wenn sie nicht oder nicht gut schwimmen können, und dass sie nicht vom Beckenrand ins flache Wasser springen dürfen“, schildert Leske. Auch dass eine Badehose Pflicht ist und nicht in der Unterhose geschwommen werden darf, wurde erläutert, ebenso, dass man nicht in Straßenschuhen an den Becken herumlaufen soll. Bewusst verzichtet habe die ISO darauf, die Flüchtlinge auf den Umgang mit weiblichen Badegästen hinzuweisen. Das hält Leske für nicht erforderlich, denn die jungen Männer hätten sich im Sommerbad vorbildlich verhalten.

„Wir hatten ein ganz nettes Gespräch mit ihnen. Sie haben für die Verhaltensregeln Verständnis gezeigt“, berichtet sie. Auch das Miteinander mit den einheimischen Badegästen sei harmonisch, die Integration sei gelungen. „Sie sitzen hin und wieder gemeinsam an einem Tisch, trinken etwas und unterhalten sich.“

Einen Beitrag zu mehr Sicherheit beim Baden will auch die DLRG-Ortsgruppe Stadensen leisten. Sie bietet freitags von 19.30 bis 20 Uhr einen kostenlosen Schwimmkurs für Migranten an. Näheres Informationen erteilt Nina Both unter (0 58 02) 97 06 14.

Auch im Bodenteicher Waldbad sind Flüchtlinge aus der örtlichen Notunterkunft zu Gast, aber deutlich weniger als in Stadensen. Spezielle Verhaltensregeln würden ihnen nicht ans Herz gelegt, sagt Waldbad-Mitarbeiter Gerd Latzko. Im nahegelegenen DRK-Camp und bei der Flüchtlingshilfe Bodenteich würden ihnen bereits Verhaltensregeln vermittelt. „Deshalb sehen wir für uns keinen Handlungsbedarf“, erklärt er.

Ähnlich ist es im Wierener Sommerbad. Weil nur eine Handvoll Flüchtlinge in dem Ort leben, hätten diese das Freibad noch nicht besucht. Trotzdem bietet der private Betreiberverein ASW ihnen einen Anreiz: „Flüchtlinge zahlen bei uns den ermäßigten Eintritt, der auch für Hartz-IV-Empfänger gilt“, sagt ASW-Sprecher Dieter Schoop.

Von Bernd Schossadowski

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