André Piper wird neuer Schützenkönig Bad Bodenteichs / 280 Schützen beim Festumzug

Mit dem Schützenfest aufgewachsen

Oliver Hilbig, Präsident der Ex-Majestäten, und Oberschaffer Andreas Schröter (rechts) beaufsichtigen das Königsschießen.

Bad Bodenteich. Ein guter Schuss echter Rührung ging gestern durch André Piper. Kurz nach 18 Uhr stand fest: Er ist die neue Majestät des Fleckens Bad Bodenteich, hat sich in einer Gruppe von 37 Schützen durchgesetzt.

In einer Nebenhalle hatte die Leitung der Schützengilde ihm zuvor erklärt, dass er am besten geschossen hatte und nun der König werden würde.

„Ich bin mit dem Schützenfest aufgewachsen“, sagte er, nachdem er sich etwas gesammelt hatte, „und ich dachte mir, irgendwann werd ich mal König.“

Das hat er nun geschafft. Der König ist tot. Es lebe der König. Das heißt im Falle Bad Bodenteichs: Thomas Schlechter dankt ab, die Würde geht auf den stellvertretenden Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Aue über. Piper sucht noch etwas nach Worten, und an seiner Seite sitzt seine Königin Tanja, die sichtlich stolz ist und fest seine Hand hält.

Minuten später führen die beiden einen Musik- und Schützenzug um das Schützenhaus an, vorbei an den Feiernden. Die Bürger des Fleckens haben schon mehrere Stunden des Nachmittags an ihren Tischen verbracht und es sich gut gehen lassen. An den Tischen herrscht lockere Atmosphäre, man trinkt ein Bierchen. Eine Frau klopft bestimmt mit dem Zeigefinger auf den Tisch: „Alle Bodenteicher müssen aufs Schützenfest“, sagt sie fest. Und das gelte, egal wo man sonst in der Welt wohne. Bodenteicher, die gehören an dem Tag hier her. Und sie integrieren auch die Bürger, so scheint es: Am Tisch sitzt auch ein ehemaliger Berliner, der mittlerweile fest verwurzelt ist in Bad Bodenteich.

Das ist auch Oberst Holger Köhnecke wichtig: „Wir haben auch einen integrativen Auftrag“, sagt er, „zumindest sehen wir das selbst so“. Die Gilde wolle einen Beitrag für alle liefern und zum Zusammenhalt beitragen. Der Erfolg scheint auf der Hand zu liegen. Gute Beteiligungen verzeichnete Köhnecke beim Schützenfest. Das Wetter habe auch seinen Beitrag dazu geleistet. Lustiger Samstag und andere Veranstaltungen seien „großartig“ gelaufen, so Köhnecke, und die Beteiligung von 280 Schützen beim großen Festumzug am gestrigen Montag findet er „ganz stattlich“. Dass gerade auch die Jugend mittendrin war, freut ihn. „Wir wollen auch die jungen Leute und die Uniformierten zusammenbringen“, sagt er.

Von Kai Hasse

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