18 Radtouristen aus ganz Deutschland im Landkreis unterwegs

„Sandwege gehören zur Heide“

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18 Fahrradtouristen erkundeten eine Woche lang den Landkreis Uelzen auf ihren Drahteseln.

Bad Bodenteich/Landkreis Uelzen. Sättel quietschen, Räder surren, und es wird kräftig in die Pedale getreten. Weit entfernt erkennt die 18-köpfige Gruppe von Fahrradtouristen die Kirchturmspitze des nächsten Dorfes, als sie aus dem Schatten der Bäume fährt.

Aus ganz Deutschland sind sie angereist, um eine Woche lang von Bad Bodenteich aus die Region zu erkunden.

„Ich habe mit mehr Heide gerechnet und nicht so viel Äckern und Feldern“, sagt Klaus Brück aus Wuppertal über sein Urlaubziel. Auch Radwege hätten manchmal gefehlt. Aber die Verkehrsarmut habe das ausgeglichen. „Da für mich Fahrrad fahren im Vordergrund steht, war es besonders schön weitestgehend ungestört fahren zu können.“ Ansonsten werde er sicherlich nochmal in die Lüneburger Heide zurückkehren. „Wir möchten unbedingt die Heide blühen sehen“, erklären Brück und seine Frau Anke. Sein persönliches Highlight sei die Führung durch die Kroetzer Mühle gewesen.

„Die Wege hier sind gut beschildert“, lobt Udo Wevering aus Hannover, schränkt aber ein: „Leider war der Belag nicht immer gut.“ Vor allem bei schlechtem Wetter würden sich die Wege kaum mit dem Fahrrad bewältigen lassen, meint er. Ewald Schröder, aus dem münsterländischen Enigerloh, findet hingegen: „Ich will doch nicht ständig über Asphalt fahren. Sandwege gehören halt zur Heide dazu.“ Einig waren sich beide darin, dass der ständige Wechsel zwischen offenen Flächen und Wäldern in der Landschaft besonders reizvoll sei. Für Weverlings Frau Gaby waren die vielen Feld- und Backsteinkirchen ein Höhepunkt der Region. „So etwas kennt man gar nicht, wenn man aus einer Großstadt kommt“, erklärt sie.

„Das ganze Radwegenetz ist eine wunderschöne Erlebniswelt“, findet Reinhard Lempfert aus der Mecklenburgischen Schweiz. Die Wege seien gut ausgebaut – im Gegensatz zu seiner Mecklenburger Heimat – und vor allem seien diese weit von viel befahrenen Straßen entfernt.

„Die Ruhe und die flachen Radwege“, lobt auch Schröder. Die seien auch ideal für ältere Radfahrer. Verglichen mit anderen Teilen der Lüneburger Heide gebe es hier weniger Heideflächen, doch dafür könne man andere Dinge entdecken, wie etwa die Schleuse in Esterholz oder Burg Bodenteich. Ansonsten ähnele die Landschaft doch sehr anderen Regionen der Lüneburger Heide. Ein Plus sei auch das Wetter gewesen.

Von Lars Lohmann

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