Sachstandsbericht von Juchert zum Schützenhaus

Bad Bodenteich. Eine Brandwache und eine Baugenehmigung – das fordert der Landkreis Uelzen für das Bad Bodenteicher Schützenhaus. Nur unter diesen Bedingungen dürfen weiterhin Großveranstaltungen dort stattfinden.

Bad Bodenteichs Gemeindedirektor Frank Juchert gab am Mittwochabend einen Sachstandsbericht – eine Entscheidung, wie es mit dem Schützenhaus weitergehen wird, ist aber noch nicht gefallen.

Die Elektronik und die Lüftung wurden von einem Sachverständigen überprüft. Dabei wurden jeweils vier Mängel festgestellt. „Die Mängel in der Elektronik sind bereits behoben, drei Mängel in der Lüftung stehen noch aus“, verkündete Juchert.

Als Kompensationsmaßnahme für die noch ausstehenden Mängel verlangt der Landkreis bei Großveranstaltungen eine Brandwache durch Vertreter der Feuerwehr. „Ab 200 Personen spricht der Landkreis von einer Großveranstaltung“, ergänzte der Gemeindedirektor.

Doch das ist noch nicht alles: Der Landkreis Uelzen fordert darüberhinaus, dass zum 30. Juni, also morgen, ein Bauantrag einzureichen ist. Der Grund: Die Vertreter haben festgestellt, dass beim Bau vor Jahrzehnten einige Wände anders gesetzt wurden, als im damaligen Bauantrag angegeben. Der jetzige Zustand ist nicht so, wie er genehmigt worden ist. „Wir haben aber eine Fristverlängerung bis zum 30. September bekommen“, sagte Juchert.

Sämtliche baulichen Veränderungen werden allerdings nach dem aktuellen Baurecht behandelt. Das wiederum bemängelte der CDU-Fraktionssprecher Karl-Hans Firsching und blickte in die Vergangenheit: Die Kur GmbH Bodenteich habe das Gebäude damals saniert. Größter Teilhaber der Gesellschaft sei der Landkreis gewesen. Damit habe in Firschings Augen der Landkreis das gesamte Bauvorhaben genehmigt, durchgeführt und abgenommen – ohne Beanstandung.

Wilfried Nickel, Sprecher der SPD-GFW-Gruppe, sieht das anders, denn er hat, wie auch Frank Juchert, in den Akten kein Protokoll zur Bauabnahme gefunden. „Die seit 1981 geforderten Gutachten zur Lüftungsanlage sind nicht eingereicht worden“, betonte Nickel. Es gebe keine Ausnahme, deshalb sei der Flecken nun in diesem Dilemma, einen neuen Bauantrag stellen zu müssen. Nickel beklagte, dass schon jetzt seitens der Gemeinde Kosten in Sofortmaßnahmen gesteckt werden. „Vielleicht kommt ja der Entschluss, das Gebäude nicht zu sanieren“, lautet seine Begründung, „wir warten auf das Gesamtpaket der Kosten.“

„Die Verantwortlichkeit liegt bei mir als Gemeindedirektor“, erwiderte Juchert in puncto Sofortmaßnahmen. Schließlich müssen die Forderungen des Kreises erfüllt werden, damit langfristig geplante Veranstaltungen, unter anderem auch das Schützenfest und die heutige Schulentlassung, stattfinden können. „Wir können doch nicht die Wirtschaftlichkeit vor die Sicherheit stellen“, entgegnete Nickel. Das wiederum sieht auch der Gemeindedirektor so, weshalb er den Anforderungen des Landkreises Folge geleistet habe.

„Ich weiß nicht, ob Sie bemerkt haben, dass wir persönlich nichts gegen Sie haben und wir wissen, dass Sie in einer misslichen Lage sind“, sagte Dr. Horst-Michael Hintze von der SPD-GFW-Gruppe in Richtung Frank Juchert. Für Hintze gehört das Thema „Schützenhaus“ in die Öffentlichkeit. Eine Kostenschätzung des Architekten soll der Gemeinde bis Mitte nächster Woche vorliegen. Diese Schätzung soll dann erst im Verwaltungsausschuss am Montag, 9. Juli, nicht-öffentlich beraten werden und dann öffentlich am Mittwoch, 11. Juli.

„In der Vergangenheit müssen wir jetzt nicht mehr rumkramen. Wir haben das Thema jetzt am Hals. Und die Summe darf nicht explodieren“, beendete Bürgermeister Edgar Staßar den Tagesordnungspunkt.

Von Jörn Nolting

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