Rücksicht auf das Grüne Band

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Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze führt nun das Grüne Band. Auch die Bad Bodenteicher haben Interesse an dieser touristischen Einrichtung.

Bad Bodenteich. Es ist der größte zusammenhängende Biotopverbund in Deutschland und zwölf Kilometer davon streifen die Samtgemeinde Bodenteich. Die Rede ist vom Grünen Band, dem ehemaligen Todesstreifen der innerdeutschen Grenze. Die Flächen wurden vom Bund an das Land Sachsen-Anhalt abgetreten. „Dumm nur“, so Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer des BUND in Sachsen-Anhalt, „das gleichzeitig eben jene Bundesregierung mit dem geplanten Bau des A 14 Hosenträgers, die B 190n, eben dieses durchgängige Biotopverbundsystem dauerhaft und unwiederbringlich zerstören will.“

Sachsen-Anhalt hat nach Thüringen den zweitgrößten Flächenanteil am Grünen Band. Dabei ist für den Erhalt der einmaligen Biodiversität entlang des Grünen Bandes schnelles Handeln gefordert: Mehr als 20 Jahre nach dem Mauerfall bedrohen weiterhin Nutzungsintensivierungen, gerade auch in den an das Grüne Band angrenzenden Bereichen diese Schatzkammer des Naturschutzes.

„Der Dreiklang aus Naturschutz, Geschichte und Kultur ist ein äußerst spannendes Thema und hervorragend geeignet, Besucher an das Grüne Band zu locken“, so das positive Fazit von Dieter Leupold, zugleich auch Projektkoordinator des Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens Erlebnis Grünes Band in der Modellregion Elbe-Altmark-Wendland.

Eben diesen Effekt wollen auch die Bodenteicher nutzen. Deshalb wird seitens der Bodenteicher bei der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr um die Berücksichtigung des Grünen Bands gebeten. Neben straßenbaufachlichen Aspekten kommen bei der Abwägung der Variante Ausbau der B 71 oder Neubau der B 190n insbesondere umweltfachliche Belange zum Tragen. „Dabei wurde auch die Auswirkung der Varianten auf das grüne Band betrachtet“, heißt es in einem Schreiben der Landesbehörde. Doch noch ist die Untersuchung nicht vollständig abgeschlossen.

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