Ein Radweg zur alten Grenze

Durch die Teilnahme am Grünen Band steigt in Bad Bodenteich und Schafwedel die Hoffnung, dass ein Radweg zur alten innerdeutschen Grenze und weiter geben wird. Foto: Ph. Schulze

Bad Bodenteich. Die alte innerdeutsche Grenze – früher stand sie für die Trennung zwischen Ost und West, die Trennung zweier Ideologien. Heute hat der ehemalige Grenzstreifen seinen Schrecken verloren. Gäbe es keine Hinweisschilder, wäre der Grenzverlauf kaum noch zu erkennen.

Aus der Trennlinie zwischen Ost und West ist inzwischen ein Grünes Band geworden. Es erstreckt sich im Herzen Deutschlands von der Ostsee über Elbe, Harz, Rhön und Thüringer Wald bis ins sächsisch-bayerische Vogtland. Im Schatten des Eisernen Vorhangs entfaltete sich ein einzigartiger naturhistorischer Schatz von großem Artenreichtum.

Zwar hat nur ein kleiner Teil des Landkreises Uelzen eine Grenze zu Sachsen-Anhalt, aber eben dieser Teil soll auch genutzt werden. „Wir wollen mit dabei sein, weil wir hier Sehenswürdigkeiten und Tourismus haben“, sagt Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar und spricht von einem „weiteren Mosaiksteinchen“. Einzige Bedenken des Bürgermeisters: „Wir wollen nicht, dass die B 190n gefährdet wird, denn dann ersticken wir im Verkehr.“

Außerdem sieht Staßar durch die Teilnahme am Grünen Band einen weiteren Vorteil: „Wir möchten den Radweg von Bad Bodenteich über Schafwedel bis zur ehemaligen Grenze und weiter nach Schmölau haben. Das Grüne Band wäre die Verbindung.“ Und von der anderen Seite sollte möglichst auch ein Radweg entstehen. Staßar spricht von einem „länderübergreifenden Radweg, dann wachsen wir schneller zusammen.“

Etwas bedauerlich findet er, dass nahezu keine Relikte des Eisernen Vorhangs mehr an der alten Grenze stehen: „Es sollte nicht nur um die Natur gehen, sondern es ist eben auch ein Mahnmal.“ Zwischen Müssingen und Schafwedel verlief die Grenze auf dem Gebiet des Landkreises Uelzen, beziehungsweise der Samtgemeinde Bodenteich. Auch die Kosten für die Teilnahme am Grünen Band werden sich im Rahmen halten. Mehr als 2000 bis 3000 Euro werden es nicht werden, doch dafür gehört man in Bodenteich zu einem großen Ganzen. Laut Staßar will sich auch der Landkreis an dem Vorhaben beteiligen. „Je mehr sich beteiligen, umso günstiger wird es.“

Von Jörn Nolting

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